Montags den 13. Mai wurden die Turn-Uebungen begonnen; Montags den 27. Mai wurde die Schwimm- und Bade-Anstalt eröffnet.,
Donnerstags den 13. Juni ward das übliche Frühlingsfest am gewöhnlichen Platz im Walde gefeiert. Diesmal hatten nur die Quartaner für die allgemeine Unterhaltung etwas vorbereitet; sie führten Scenen aus Hannibals Leben nach Cornel in lateinischer Sprache dramatisch auf.
Sonnabend den 6. Juli begannen die Sommerferien; die Lectionen nahmen nach 3 Wochen am 28. Juli wieder ihren Anfang.
Den 11. August feierten die Lehrer und die confirmierten Schüler evangelischen Be- kenntnisses gemeinsam das heilige Abendmahl.
Am 3. September war Schwimmprüfung, zu der sich fast alle der 32 Schwimm- schüler eingefunden hatten. Der Sieger bei dem Wettschwimmen, ein Quartaner, erhielt den üblichen Kranz, aber des Gedichtes musste er entbehren, da die Muse dem Schwimm- meister diesmal ihre Gunst versagt hatte.
Das Wettturnen, mit welchem die Turnübungen beschlossen wurden, fand in Abtheilungen während der Woche vom 9. bis 14. September statt. Die Schüler der mittleren und unteren Classen zeigten grosse Lust und theilweise anerkennenswerthe Uebung im Turnen.
Die nichtöffentlichen Prüfungen wurden Freitags und Sonnabends am 20. und 21. September abgehalten. An dem zuletzt genannten Tage beschloss Pract. Dr. Eichler die Zeit seines einjährigen Vorbereitungsdienstes am hiesigen Gymnasium, um von nun an in Mäünchen bei Herausgabe eines grösseren wissenschaftlichen Werkes fuür Botanik Beistand zu leisten.
Die Herbstferien dauerten bis zum 14. October. In den letzten Tagen derselben, am 11. October, erfolgte der Tod des Professors Dr. Karl Friedrich Weber, der, während er Director des Gymnasiums zu Kassel war, sich um diese Anstalt viele Verdienste er- worben hatte und auch nachher, als er zum Professor der classischen Philologie an der Landes-Universität ernannt worden war, den gelehrten Schulen Hessens, namentlich auch dem hiesigen Gymnasium, eine stets rege und wohlwollende Theilnahme bewahrte.
Am 14. October begannen die Lectionen nach den Herbstferien wie gewöhnlich; fast alle Schüler waren anwesend, obwol ein Unberufener sich bemüht hatte, durch ein unter- geschobenes Inserat in einem öffentlichen Blatt den regelmässigen Gang der Lectionen zu stören.
Mit dem Anfang des Winterhalbjahrs begann der durch allerhöchste Entschliessung (mitgetheilt durch Beschluss Kurf. Ministeriums des Inneren vom 16. September) zu seiner practischen Ausbildung dem hiesigen Gymnasium zugewiesene Practicant Richard Mauritius aus Fulda sein Probejahr.
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