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Die sonst am Gymnasium übliche Feier des 18. Octobers musste in diesem Jahr unterbleiben.
Dienstags den 10. December Abends nach 8 Uhr wurde Gesanglehrer Peter von einem Schlagfluss getroffen und starb am folgenden Tag Morgens 6 Uhr. Preitags den 13. war die Beerdigung, bei welcher Lehrer und Schüler des Gymnasiums zugegen waren und die letzteren mehrere Verse eines Chorals sangen. Darauf hielt Herr Pfarrer Schmidt die Grabrede und der hiesige Liederverein trug ein von dem Verstorbenen componiertes Ge- sangstück vierstimmig vor. Der Verstorbene hat vom 19. April 1841 an, also fast 21 Jahre lang, am Gymnasium den Gesang-Unterricht ertheilt und die Turnübungen geleitet. Der Gesang-Unterricht am Gymnasium hat seitdem vorläufig beruhen müssen; bei Leitung des Gesanges in den wöchentlichen Andachten haben einige musikkundige Primaner ausgeholfen.
Sonmnabends den 21. December wurden die Lectionen Vormittags um 11 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht geschlossen. Zugleich endigte für den Practicanten Rothfuchs, welcher seit Beginn des Schuljahrs die Stelle eines ordentlichen Lehrers versehen und namentlich das Ordinariat der Sexta in anerkennenswerther Weise verwaltet hatte, auf sein Ansuchen in Folge Beschlusses Kurfürstlichen Ministeriums des Inneren die Lehr- thätigkeit am Gymnasium. Zum Abschied erhielt er von seinen Sextanern ein photo- graphisches Bild, auf welchem 30 Schüler mit einander zu sehen waren. bracticant Rothfauchs hat uns verlassen, um am Gymnasium zu Schwerin die Stelle eines ordentlichen Lehrers mit S800 Thalern Gehalt zu übernehmen. Da er bereits vor seiner erst gegen Weihnachten erfolgten Berufung nach Schwerin die für das Osterprogramm bestimmte wissenschaftliche Abhandlung vollendet hatte, so ist seine Arbeit noch im Namen des hiesigen Gymnasiums veröffentlicht worden, obgleich der Verfasser demselben leider nicht mehr angehört*).
Freitags den 3. Januar wurden die durch die Weihnachtsferien unterbrochenen Lectionen wieder eröffnet. Der Mangel eines Ordinarius und Lehrers für das Lateinische und Deutsche in Sexta wurde Anfangs durch Hülfe anderer Lehrer, später dadurch ersetzt, dass der Candidat der Theologie und Philologie, Theodor Hartwwig aus Wichmannshausen, vorbehaltlich höherer Genehmigung die erforderliche Aushülfe leistete.
Durch Beschluss vom 23. Januar theilte Kurfürstliches Ministerium des Innern mit, dass der Candidat der Philologie Johann Hermann Noy aus Fulda durch allerhöchste Entschliessung dem hiesigen Gymnasium als Practicant zugewiesen worden sei. Eine gleiche Mittheilung in Betreff des Candidaten Theodor Hartwig machte Kurf. Ministerium des Inneren durch Beschluss vom 19. Februar und verfügte zugleich, dass derselbe nach
*) Dem Vernehmen nach ist auf diese Abhandlung hin dem Verfasser von der philos. Facultät der Landes-Universitat die Doctorwürde zuerkannt worden.


