I. Verzeichnis der Direktoren.
1. Vilmar, August Friedrich Christian, Dr., geb. den 21. Nov. 1800 zu Solz bei Roten- burg a. d. F., studierte 1818— 20 in Marburg Theologie, war Hauslehrer und Pfarrassistent seines Vaters, 1823— 27 Rektor in Rotenburg, dann Gymnasiallehrer in Hersfeld, 1831— 32 Mitglied der hessischen Ständeversammlung, seit 1832 Hülfsreférent im Ministerium des Innern zu Kassel, 1833— 50 Direktor des neubegründeten Gymnasiums zu Marburg, 1850 vortragender Rat für Kirchen- und Schulangelegenheiten im Ministerium, 1855 ordentlicher Professor der Theologie in Marburg, starb hier am 30. Juli 1868. Hauptwerk: Geschichte der deutschen Nationalliteratur, 1845(26. Aufl. 1905, von A. Stern besorgt).
Während seiner Tätigkeit als Direktor veröffentlichte er in den Jahresberichten:
1834: De genitivi casus syntaxi, quam praebeat Harmonia Evangelicorum saxonica dialecto seculo IX. conscripta, commentatio.
1835: Von der stete aurpten und von der fursten ratgeben, ein deutsches Lehr- und Spruchgedicht aus dem Anfang des XV. Jahrhunderts, zum erstenmal herausgegeben.
1839: Die zwei Recensionen und die Handschriftenfamilien der Weltchronik Rudolfs von Ems, mit Auszügen aus den noch ungedruckten Teilen beider Bearbeitungen.
1845: Deutsche Altertümer im altsächsischen Héliand.
1846: Abdruck dreier unbekannter Reimwerke Fischarts.
2. Münscher,*) Friedrich, Dr., geb. den 21. März 1805 zu Marburg, Schüler des Marburger Pädagiums und später des Gymnasiums zu Hersfeld, wo er 1822 das Reifezeugnis erhielt, studierte in Marburg Theologie, wandte sich später dem Lehrfache zu, leitete eine höhere Privatknabenschule zu Kassel, wurde 1832 als Lehrer nach Hanau berufen, 1849 dort zum Direktor gewählt, 1850 als solcher nach Marburg versetzt; beging am 7. Juni 1874 die Jubelfeier seines 25 jährigen Direktorats, Frühjahr 1883 die seiner 50 jährigen Lehr- tätigkeit(Gründung der„Münscher-Stiftung“), trat Frühjahr 1884 nach 34 jähriger Tätig- keit in Marburg in den Ruhestand, erhielt bei dieser Gelegenheit den Titel„Geheimer Regierungsrat“, beging am 30. April 1891 die Feier seiner vor 50 Jahren erfolgten Promotion. Während seiner Mußezeit schrieb er:„Geschichten aus dem Hessenland“ und„Geschichte von Hessen“(erst nach seinem Tode von Freundeshand herausgegeben). Er starb am 30. Mai 1893 im Alter von 88 Jahren.
Während seiner Tätigkeit als Direktor veröffentlichte er in den Jahresberichten: 1853: Uber den Geschichtsunterricht auf Gymnasien. 1863/4: Beiträge zur Erklärung der Germania des Tacitus. 1866: Mitteilungen über den evangelischen Religionsunterricht auf Gymnasien. 1868: Geschichte des Gymnasiums zu Marburg. 1869: Die Einweihung des neuen Gymnasiums am 27. April 1868. 1883: Chronik des Gymnasiums zu Marburg von 1833— 1883.
3. Buchenau,**) Georg, Dr., geb. den 12. April 1826 zu Kassel, besuchte dort das Lyceum Fridericianum, studierte von Herbst 1844 an in Marburg Philologie und Theologie, wurde nach abgelegten Prüfungen Herbst 1849 dem Gymnasium zu Fulda als Praktikant zu-
*) Die folgenden Angaben sind grösstenteils der Witwe, Frau Geheimrat Antonie Münscher, geb.
Weymann, zu verdanken. **) Das Folgende beruht z. T. auf den Angaben des Jahresberichtes von Rinteln 1879.


