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Orange.
Die im Spektrum auf Rot folgende Farbe, Orange, wird bei Homer mit der Farbe
des 706zZ wiedergegeben, der das bekannte rotgelbe Gewürz liefert.(KOGzos ist der crocus sativus L.). Safranfarbig z00z6, entos wird das Gewand der Eos genannt, und zwar an vier
Stellen der Ilias. Diese Bezeichnung stammt von dem prächtigen rotgoldenen Schein, der an manchem Morgen den Himmel überflutet. Dieses Wort stellt La Roche mit 60⁰000,211os zu- sammen und sagt:„Zur Bezeichnung der Farbe der Morgenröte hat der Dichter zwei Aus—- drücke z00z6,rerkos und 6⁰00011og“. Das ist zweifellos richtig, verkehrt aber ist es, wenn er z00z6,rerkos und 6⁰⁰000z101os nicht auseinanderhält. Er sagt:„Wir haben auch hier nichts anderes als eine unbestimmte Bezeichnung der rosa- oder rötlichgelben Parbe“. Dieses Durcheinanderwerfen jener beiden von einander ganz verschiedenen Himmelsfärbungen, der rosagefärbten, die nach blau hinüberschimmert, und der goldgelben ist nur durch die Annahme zu erklären, dass La Roche nur sehr wenige Sonnenaufgänge gesehen hat. Gerade diese genaue Scheidung des rosenroten von dem krokusfarbigen Himmel zeigt uns, wie genau Homer die Nuancen der langwelligen, energievollen Farben empfunden hat.
Gelb und in seiner Abschwächung blond giebt Homer mit Saνε wieder, das von den Haaren der Menschen und Pferde gebraucht wird und häufig vorkommt.— Das goldglänzende Gelb wird
durch 7oοσεos mit seinen Zusammensetzungen bezeichnet.
Grün.
Eine bestimmte Bezeichnung für diese zwischen Gelb und Blau liegende Farbe finden wir bei Homer nicht. Die prosaische Bezeichnung rodoοωπ⁶⁸⁷σ⁹⁹ mit seinen Abstufungen ασοιι⁶ 1Oασσοι⁶ςμ ααεν, 10⁰ kommen in den homerischen Gesängen nicht vor.
Dasjenige Wort, das gewöhnlich mit Grün übersetzt wird. I1ο, bezeichnet als Farbenbezeichnung die Töne zwischen Hellgelb und Grün. ¹) Wir finden dieses Wort von der Olivenkeule der Cyklopen gesagt. Dort bedeutet es frisch, ohne an eine Farbe zu erinnern, denn, 378 heist es all bε*, rdν h ⁴ονQ⁶⁸⁸ ιοο Ʒν rol ⁴εν έ⁵ενασ, π⸗M F169 20„, dερράαᷣeνεo ⁶ ανις wo 71νοο τε έιν nur heisseu kann,„obwohl sie noch frisch war“. (Jordan übersetzt„obwohl noch saftig“). Weiter wird der Honig, u, 10ον genannt (7 631). Dort ist natürlich der helle nach Grün hin schillernde Honig gemeint, an dunkel- gelben Heidehonig dürfen wir nicht denken.— Auch die mit Laub besetzten Zweige, aus denen Eumäus dem Odysseus ein Lager hereitet, bekommen das Beiwort„71ο⁹ς(ef., 47 vergl. mit 5 49).— Sehr bezeichnend wird unsere„pleiche“ Furcht G, 77 durch„7100ν ϑοε wiedergegeben.
Aber auch wenn für Grün keine besondere Farbenbezeichnung sich bei Homer nach- weisen lässt, so ist damit noch längst nicht der Beweis geliefert, dass Homer oder die Menschen jener Zeit keine Empfindung für diese Farbe gehabt hätten, denn Parbenempfindung und Parbenbenennung entsprechen einander nicht, wie die Untersuchungen von Magnus beweisen. ²)
1) Vgl. Ar. de col. cap. 5. 2) Die Dakota haben, wie Marty a. a. O. S. 19 anführt, für Grün und Blau nur ein Wort, können aber beide Farben unterscheiden.


