Aufsatz 
Über die angebliche Farbenblindheit Homers / von Karl Euler
Entstehung
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Der Scholiast erklärt 7oιςι εισρνι, mit 7rodzνoν, dem die meisten Herausgeber gefolgt sind, wohl mehr der Not gehorchend, und weil es eine unserem Gefühl entsprechende Be- zeichnung des Regenbogens ist.

Veckenstedt erklärt 7σοεσοε als Rot mit Blauschimmer, was für die nachhomerische Zeit richtig ist, und meint. Homer habe damit bei dem Regenbogen auf zwei Farben rot und blau bedeutsam hervorheben wollen; ähnlich nenne die Edda den Regenbogen dreifarbig. Warum aber Homer nur diese beiden Farben nennt, darüber sagt Veckenstedt nichts. ¹)

Hochegger a. a. O. S. 67 sagtes steht an der erwäühnten Stelle Homers 0 ⁶⁰G als die in die Augen fallendste, prächtigste Vertreterin des Regenbogens(durch Synekdoche), nimmt also-rοοοεεs einfach als Farbenbezeichnung an, ohne einen Grund dafür anzugeben.

Ich übersetzeοοραν lος mitglänzender Regenbogen, ähnlich wie La Roche in seiner Abhandlungfunkelnd erklärt und glaube, so kann man den Regenbogen ganz gut nennen, der sich in seiner Farbenpracht von dem Regenhimmel leuchtend abhebt.*)

Am umstrittensten ist die Verbindung x ⁷οοσο ϑἀαeQ. Sie kommt bei Homer dreimal vor E 83 II. 334. 477: 10 ε 2αισ νσσ μιμαε τιπανοεοοο ϑ‿‿νωασαμοο zai 10⁷a 70Q‿⁵i* P 551 und dαdνα E, 83 u. s. w. findet durch das synonyme àεας seine Erklärung. In

La Roche sagt a. a. O. S. 14: Das Beiwort οπεοα bei αu H 361,εᷣ*

seiner Iliasausgabe sagt er zu E, 83 dasselbe und führt zum Beleg an II, 350 αατοι ε, 1.e pνεέκρ dισεᷣ⁴dνεν II, 344 z ½* 0* aανιμντνέ̈νμ ἀνιε E. 310 Mει σς οσmεσ 267lu s ezdaute und E. 659 1⁰ Je 2uν ⁸mέόσαμμςν εεσεενν⁷»os 2zdνε. Dass Homer von dem Todesdunkel oder auch von einer kurzen Ohnmacht, vergl. die eben angeführte Stelle E 310 sowie E 696,= 438, X 466, sagt, sie umschatte die Augen, ist ja bekannt, aber deshalb folgt doch aus diesen Stellen nicht, dass 7%οςσεσοο dunkel oder schwarz heissen müsse.

Veckenstedt a. a. O. S. 162 meint, 1ꝙꝶwæ eos sei in übertragener Bedeutung als Beiwort des Todes gebraucht, wohl in dem von La Roche angegebenen Sinn.

Marty a. a. O. S. 104 Anm. Sagtes erklärt sich Homerspurpurner Tod, welche Wendung seit der Zeit der alten Lexikographen so viele Hypothesen hervorgerufen hat, als Hinweis auf das schwärzliche Blut der Todeswunde, nachdem er vorher gesagt hat, der tiefdunkele, fast schwarzem Blute ähnliche Purpur schiene den strittigen Namen Toρσοεο voro- zugsweise getragen zu haben. Das ist für die nach homerische Zeit richtig, für die home- rische Zeit aber nicht zu beweisen.

1) Die jüdische Geheimlehre unterschied drei Parben des RegenbogensWeiss, Rot, Blau, Delitzsch, Iris S. 56.

2) Veckenstedt hat die Stelle 1l 26 28 z⁴eνεο ε dHdewοvres 60Gqν:o oori dεο οειςα εέdτεο,

10⁶οσ¶ꝙc⁊oidres, dsre Koorlcr n veéꝓetν rijeεεe, rεοααςα αμενανσοσν e*νοσρμν benutzt, um daran zu beweisen, dass Homer im Regenbogen verschiedene Farben gesehen habe. Er sagt:Da es nun nicht möglich ist, dass den sechs Drachen, je drei auf jeder Seite sechs Regenbögen entsprochen haben, so müssen wir die Mehrzahl des Wortes ν auf die Streifen des Regenbogens beziehen. Warum können denn nicht den sechs Drachen sechs Regenbogen entsprochen haben? Nach dem Halse des Agamemnon streckten sich von der Brustwölbung des Panzers(Veckenstedt spricht verschentlich von Schildzierraten) auf jeder Seite drei Drachen 15υσwα ◻εοπes, den Regenbogen ähnlich; natürlich ist jeder Drache einem Regenbogen ähnlich d. h. einem halben. Pür das tertium comparationis halte ich neben dem Glänzenden der drei stahlblauen Drachen auch die bogenähnliche Form. Ob Homer die einzelnen Farben des Regenbogens unterschieden hat, ob er sieben oder sechs oder wie die meisten Menschen heutzutage vier Farben(nämlich rot, gelb, grün, blau) gesehen hat, wird wohl niemand feststellen können. Ich möchte die Ansicht vertreten, dass in homerischer Zeit kein Mensch auf den Gedanken gekommen ist, diese Farben zu zählen.