diesen Stellen zu denken ist keinerlei Veranlassung; in 326 erscheint es ausgeschlossen, wohl aber passt die Übersetzung wallend, wogend sehr gut.
Capelle-Seiler weist richtig darauf hin, dass mit dem Begriff der schnellen Be- wegung der des Schimmerns, Schillerns sich verbinde(cf. deeνε, αos etc.) und gibt als zweite Bedeutung schillernd, schimmernd.
In diesem Sinne finden wir das Wort von Teppichen, Gewändern, und dergl. reichlich oft gebraucht, auch von einem Ball, mit dem die jungen Phäaken spielen ϑ 373, sowie von einer Wolke B 541, wo man ohne Mühe von einer schimmernden, glänzenden Wolke sprechen kann; um sich zu verhüllen, brauchte Athene keine dunkele Wolke, wie La Roche a. a. O. S. 14 will. Auch an diesen Stellen braucht man an die Purpurfarbe nicht zu denken. Hier mag auch dαπορννοε erwähnt werden, das gewöhnlich mit meerpurpurn übersetzt wird. Der erste Zusammensetzungsbestandteil ꝭ soll dann darauf hinweisen, dass die Purpurfarbe aus dem Meere komme, als Saft der Purpurschnecke. In diesem Falle wäre es ein sehr müssiger Zusatz. Meiner Ansicht nach hat Breusing ¹) das Richtige getroffen, wenn er es mit glänzend weiss, wie die am Bug des Schiffes sich brechenden glitzernden Wogen erklärt. Das passt zu dem Mazarc und oεœ ganz ausgezeichnet, und wir prauchen nicht, wie Marty ²) meint, an ein meerfarbenes Gespinst zu denken, welches Arete zwirnt(E 53, 506 cf.*, 108.). Bis dahin erledigt sich alles ohne besondere Schwierigkeit. Umstrittener ist die Erklärung von-xoοοηοεοςα als Beiwort des Todes, des Regenbogens und des Blutes. Bezüglich des letzteren sagt Capelle-Seiler „gegen den sonstigen Gebrauch l τοορσεον, das dunkelrote(oder hochrote) Blut, P 361 f.“ Dort heisst es„ς ias eerete er⁴οοε, um ⁸ε νιτπĩ dedero οοςσεινν. Notwendig ist diese Farbenannahme nicht, denn warum sollen wir nicht übersetzen„das aus der Wunde quellende oder spritzende Blut“?³) Jordan) sagt, es sei das nach längerem Kampf die Erde feuchtende, dunkeler machende; das geronnene, schwarz gewordene, aber nicht das frische Blut sei mit roοοεoeν αuα gemeint. Die Stelle verlangt aber etwas ganz anderes. Die Griechen kämpften dort mit grosser Hartnäckigkeit unter Anführung des Ajax um den Leich- nam des Patroklus und„die Erde wurde benetzt von dem aus den Wunden strömenden Blut,“ nicht aber von geronnenem Blut.
In P 547 Höére roοροέννᷣ ου ϑe*τονσν επμνυνισσ Zeds b0αε wird der Regen- bogen 0οσι genannt. Diese Stelle hat die verschiedensten Deutungen hervorgerufen. La Roche a. a. O. S. 141 sagt, wenn man es nicht geradezu mit dunkelrot wiedergeben wolle, pliebe nur noch die Übersetzung funkelnd übrig, die sich noch am ehesten aus der Bedeutung „unruhig“ ableiten lasse. In seiner Iliasausgabe von 1891 fügt er noch hinzu,-roοονρνααέυνν von dem Scholiasten mit ⸗roαεμνν erklärt, von anderen mit glänzend, könne wegen des Vergleichs mit 1G wυοέι*ερερν nicht anders gedeutet werden als dunkel.
Felix Hartmann J. J. 131. S. 465 f. nimmt als Grundbedeutung an„zuckend, flimmernd, schimmernd, glänzend, für das Meer zugleich spritzend, schaumig“.„Wie passend ist dieses von dem oft schnell wechselnden, gleichsam zuckenden Regenbogen, von der schäumenden sprü- henden Woge gesagt.“ Ich muss gestehen,„schnell wechselnd, gleichsam zuckend“ habe ich den Regenbogen noch nie gesehen. Diese Erklärung scheint mir verfehlt.
1) J. J. 131, 83.
2) a. a. O0. S. 68, Anm. 1.
3) cf. Breusing J. J. 131.
4) Fleck. Jhrbch. 76 S. 161 ff.


