Aufsatz 
Über die angebliche Farbenblindheit Homers / von Karl Euler
Entstehung
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rotgefärbten Kleidern und plutunterlaufenen Striemen gesagt. Die Schiffe werden 7 124, 271 oινινοιι⁴ςοο ςenannt, ebenso dεοτεο dunkelrot an den Seiten angestrichen. ¹)

Die rosenrote Farbe wird als Beiwort der dòe mit 6⁰000,2ros bezeichnet.

Eine andere Nuance des Roten bezeichnet olνο weinfarbig. Es wird nur als Beiwort des Meeres und der Ochsen gebraucht. Was die erstere Zusammenstellung anlangt, so ist es ein wunderschönes Bild, die im Abendrot funkelnden Wogen mit der Farbe des intensivroten Südweins zu vergleichen. Wie V. Hehn ²) erzühlt(s. Veckenstedt S. 113) ist noch heutigen Tages der in Kleinasien gekelterte Rotwein so intensiv dunkelrot, dass die Damen damit ihre Briefe zu schreiben pflegen. Göbel schreibt zu dieser Färbung der wallenden Meereswogen nach seinen eigenen Beobachtungen ³) folgendes:Wenn bei ruhigem Wetter und heiterem Hlimmel die tiefstehende Sonne oder auch das Abend- oder Morgenrot das mässig bewegte Meer beleuchtet, so erscheinen demjenigen, der nach der beleuchteten Himmelsgegend hin über dasselbe seinen Blick schweifen lässt, die Spitzen der schaukelnden Wogen goldumsäumt, alle tiefgelegenen Teile aber(natürlich auf der dem Beobachter zugekehrten Seite der Wellen) strahlen ihm wie der reinste, feurigste Rotwein entgegen. Goethe bemerkt zur Erklärung dieser Färbung des bewegten Meeres: ¹) Diese Purpurfarbeist auch eine geforderte Farbe. Der beleuchtete Teil der Wellen erscheint grün in seiner eigenen Farbe und der beschattete in der ent- gegengesetzten purpurnen. Zu dieser Purpurfärbung des Meeres ist schon mehrfach Arist. de col. cap. II verglichen worden. Die Stelle lautet folgendermassen: Oaiverat e zdi

2 2 0 3-, 3 2 dᷣαντ τποοσνμοονιιονς οεασηνττπάἀα‿νυαιι³α εμμεεεμ⁵ειεοιιοιενα αᷣι ν4⁶ρυν½νσνιςσν τ⁹⁶/mν⁴μο ⁷ο

JMα τυ ια

raνι 2ειαονν dοςενε αἀ rod uious iyd 1roοεαννοις‿ο³οεοσι αευνμέκσε Asorgyés. Hier wird also die von Homer mit oνον bezeichnete Farbe 7r 0ꝙGοοι⁶ –enannt. (Vgl. unten die Besprechung von 700%⁶οιο⁸).

Weniger passend als die Verbindung von olνsν mit réwros erscheint uns auf den ersten Blick die Zusammenstellung 9⁶ rone in N 703 und» 32. Wenn wir jedoch an die rotglänzende Farbe wohlgenährter Stiere denken und uns ins Gedächtnis rufen, dass auch wir die Rehe im Sommer rot nennen und vonrotem Vogelsberger Vieh sbrechen, so wird uns diese Bezeichnung weniger anstössig erscheinen. Diese scheinbare Schwierigkeit in der Erklärung von 9οε olwo-re hat zwei wunderbare Erklärungen hervorgerufen. Jordan führt in Fleck. Jahrb. 1871, Novelle zu Homeros S. 166 folgendes aus:Es fragt sich, ob das Wort ow nicht am Ende nur eine Bewegung kennzeichnen soll. Die Stiere sind an beiden obigen Stellen geschildert, als mit dem Pflug die Furchen entlang schreitend, in der Ilias als schweiss- triefend, in der Odyssee als pereits den ganzen Tag über arbeitend, so dass wenigstens dem Pflüger, der sich nach dem Untergang der Sonne und nach seinem Nachtessen sehnt, vor Üpermüdung schon die Kniee wanken. Ich erinnere an das die Gangart des Rindes bezeich- nende eilts, ferner an den schwankenden(?), unsichren(?) Tritt, zu welchem die Pflug- ochsen auf halb schon gepflügtem Acker neben der neuen Furche durch die Unebenheit des Bodens genötigt sind, wie es jedermann leicht und oft beobachten kann. Ich erinnere endlich

1) Die Herkunft des Wortes erörtert Veckenstedt a. a. 0. S. 85 und 159 sehr ansprechend. Meine davon abweichende Ansicht, soweit ooρρεoQ in Frage kommt, folgt unten.

2) Kulturpflanzen und Haustiere. 3. Aufl. S. 69.

3) Zeitschrift f. G. W. 1855.

4) Farbenlehre, didaktischer Teil 57.