Aufsatz 
Über die angebliche Farbenblindheit Homers / von Karl Euler
Entstehung
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stone, der diesen Dichter für farbenblind erklärt, insofern als die Netzhaut der homerischen Menschen ausser für Hell und Dunkel nur für Rot und Orange empfindlich gewesen sei. Die zweite Ansicht ist die von Magnus, der die homerischen Farbenbezeichnungen in Zusammen- hang bringt mit der Entwicklung des Empfindungsvermögens des menschlichen Auges. Uns interessiert für den vorliegenden Zweck nur die Frage, ob es wirklich wahr ist, dass Homer zwar die langwelligen Farben genau von einander geschieden, dagegen die kurzwelligen (Grün Blau) noch nicht von einander gesondert hätte.

Wir wenden uns zuerst zu Gladstone und La Roche und werden dann, wenn wir den richtigen Standpunkt gewonnen haben, zur Beantwortung der Frage schreiten, welche Farben Homer gekannt hat.

Das Resultat der Untersuchungen Gladstones, dass Homer farbenblind gewesen Sei, wurde La Roche bekannt, der dann unabhängig von Gladstone, ohne sich dessen Schrift zu verschaffen, eine in derselben Richtung sich bewegende Untersuchung anstellte, dabei aber nicht bei Homer stehen blieb, sondern auch noch die homerischen Hymnen, Hesiod, Pindar, die ührigen Lyriker, die Elegiker und Jambographen der klassischen Zeit, sowie Theokrit berücksichtigte. Er kam zu dem Resultat, dass Homer noch keinen entwickelten Farbensinn hatte, allerdings fügte er im Gegensatz zu Gladstone hinzu,es ist kaum zu denken, dass ein so genauer Beobachter der Aussenwelt wie Homer den Unterschied zwischen den Farben nicht wahrgenommen haben sollte, sondern es ist vielmehr anzunehmen, dass er mit den Farben nicht charakterisieren wollte, weil er in den Farben nichts Wesentliches gesehen und deshalb andere weit wirksamere Epitheta zur Charakteristik gewählt hat.

Er beginnt seine Untersuchung mit der weissen Farbe. Nach ihm bedeutet nicht sowohl weiss, als vielmehr licht, glänzend, hell, als Gegensatz von αα dunkel. Wenn auch Gegenstände von weisser Farbe mit 7euzos bezeichnet würden, so geschehe das doch nicht ausschliesslich, und deshalb könne man 1eοs nur mit glänzend übersetzen. Synonyma von 1εοννς seien dοGε, dοꝓισεο⁸, dοꝓρs dꝙue, dꝓννες, doοννενν⁶⁸, Gαεν⁸ε, raνιρμ νυσν Lau‿εοsε, ⁴αενιαοσον,‿μεαιἀεεοs. 1νοðs, Alle diese Ausdrücke bezeichneten, ebenso wie leννε, keine bestimmte Farbe.

Ebenso wenig wie Homer einen Ausdruck für weiss hätte, fände sich ein solcher für schwarz. Mélas bedeute nämlich dunkel in allen Schattierungen und Farben(dunkel- braun, grün, rot, blau), dann in übertragener Bedeutung auch bitter. Mit ‿ας synonym sei Zαανπρςνς es werde von denselben Schiffen ohne Unterschied gebraucht. Die Schiffe des Odysseus würden 1ντοπι⁴εοο an den Seiten mit Mennig angestrichen), also dunkelrot oder dunkelbraun genannt; an anderen Stellen finde sich das allgemeine Beiwort οποτπτ⁴σο (dunkelrot), und es bestehe zwischen allen diesen Attributen kein wesentlicher Unterschied. Beim Weine des Maron, den Odysseus für den Cyklopen mitnimmt, finden wir das Epi theton α 2 νο und ανG. Dies ist nach La Roche ein Beweis dafür, dass alle drei Ausdrücke dasselbe bezeichnen. Für weitere Synonyma von ue hält er zuodveos, olrou (weinfarbig), loGm. Weil ne das Beiwort dunkel hat, so bezeichnet nach La Roche ει⁶ν etwas, das dunkel aussieht. Weiter rechnet er hierzu ꝛeενιανςπ ι⁷⁶να, 166⁸, G26e& und r0†ω⁹οεο.

In der Mitte zwischen den hellen und dunklen Farben steht 770. weiss grau. Das Blasse d. h. Farblose bezeichnet Groos, ebenso 71ο⁸, das eigentlich, wie La Roche sagt, die Bedeutung blassgrün, blassgelb, grünlichgelb, denn überhaupt bpleich, bplass habe.