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III. Chronik des Gymnasiums.
Das abgelaufene Schuljahr war für unsere Anstalt durch den mannigfachen Wechsel im Lehrerkollegium von grosser Bedeutung. Zu Michaelis des J. trat Herr Geheimer Regierungs- rat Dr. Buchenau, der seit Ostern 1884 an der Spitze der Anstalt gestanden, nachdem er ihr schon früher als Lehrer angehört hatte, in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Verdienste um das Gymnasium haben seitens der vorgesetzten Behörde zu wiederholten Malen reiche An- erkennung gefunden, insbesondere seine Thätigkeit als Bauherr. Den verehrten Mann begleiten die herzlichsten Wünsche vieler dankbaren Schüler. Zu derselben Zeit folgte Herr Professor Loeber, der durch seinen Unterricht in der Prima eine grosse Wirkung auf unsere Jugend ausgeübt hat, einem ehrenvollen Rufe als Direktor des Königlichen Gymnasiums nach kKiel. Herr Häülfslehrer Braun, der den erkrankten Herrn Professor Weidenmüller im Sommer erfolgreich vertreten hatte, ging als Oberlehrer an die Realschule in Biebrich, Herr Hülfslehrer Lorch zu Weihnachten in gleicher Stellung an das Realprogymnasium in Biedenkopf. Es traten dafür in das Kollegium zu Ostern ein Herr Lehrer Fiedler aus Rinteln, zu Michaelis Herr Ober- lehrer Engelhardt aus Weilburg, sowie der Berichterstatter, im Dezember Herr Probekandidat Dr. Geppert aus Höchst.
Eduard Fiedler, geboren den 5. März 1860 zu Neuhof, Kreis Fulda, evangelischer Konfession, besuchte von 1872— 75 eine Privatschule, 1875— 77 die Präparandenanstalt zu Schlüchtern und bis zum Jahre 1880 das Lehrerseminar daselbst. Nach bestandenem Examen war er Lehrer an der einklassigen Schule zu Bensen, Kreis Rinteln, bis zum Jahre 1887. Im Mai 1883 legte er seine 2. Prüfung ab. Im Herbste 1881 genügte er seiner Militärpflicht zu Hannover. Während des Winterhalbjahres 1884,85 absolvierte er den Turnkursus an der Gen- tral-Turnanstalt zu Berlin und nahm teil an den Ubungen und Aufführungen der dortigen Sing- akademie und dem Zeichenkursus. Infolge einer Ubung 1886 beim Kgl. Garnison-Lazarett erhielt er die Qualifikation als Reserve-Lazarett-Inspektor. Von 1887 bis Ostern 1898 war er als Lehrer an der Schule zu Cathrinhagen, Kreis Rinteln, thätig; dann wurde er Lehrer an der Stadt- schule zu Rinteln, woselbst ihm zugleich der Gesangunterricht an dem dortigen Königlichen Gymnasium übertragen wurde Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel wurde er vom 1. April 1900 ab zum Lehrer am hiesigen Kgl. Gymnasium ernannt.
Friedrich Engelhardt, geboren am 16. August 1863, verliess Ostern 1883 das Gymnasium zu Hanau mit dem Zeugnis der Reife, studierte bis Ostern 1887 in Marburg klas- sische Philologie, Deutsch und Geschichte und bestand am 4. Mai 1888 die Staatsprüfung. Von Ostern desselben Jahres an war er dem Gymnasium zu Weilburg a. d. L. zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen. April 1889— 90 genügte er seiner Militärpflicht in München. Bis zum Frühjahr 1894 war er als Privat- und Hauslehrer thätig. Im Sommer 1894 hatte er eine Vertretung am Realprogymnasium zu Oberlahnstein, im Winter 1894/95 besuchte er die Kgl. Turnlehrer-Bildungsschule zu Berlin. Seit dieser Zeit war er an den Gymnasien zu Marburg, Hanau, Hersſeld, wieder Hanau, Cassel(F.), Weilburg als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt, bis er Herbst 1900 als Oberlehrer an das Gymnasium zu Marburg versetzt wurde.
Friedrich Aly, geboren 12. Februar 1852 in Magdeburg als Sohn eines Grosskauf- manns, evangelisch, besuchte 1860— 69 das dortige Domgymnasium und studierte in Bonn, Leipzig und Berlin Philologie. Er promovierte 1873 in Leipzig, bestand das Staatsexamen 1874 in Berlin und diente sein Jahr im 26. Infanterie-Regiment ab, wo er später auch Reserve-


