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Weise, wie er es in den betreffenden Stunden gelernt hat. Der Anfang jeder Präparation sei also eine Extemporirstunde, in das Haus verlegt. Wo ist aber hier der Lehrer, wird man fra- gen, der bei den Extemporir- und Construirübungen zugegen war? Dieser soll auch da sein. nemlich theilweise vertreten durch den Schüler, der sich selbst gebietet und den Zwang auf- erlegt, theilweise durch das Vocabular, welches die unbekannten Wörter sagt. Wenn es dieser nur wenige sind, etwa nur eins im Satze, so kann der Schüler die Bedeutung auch, wo es möglich ist, aus dem Zusammenhang zu conjiciren versuchen; das Correctiv des Vocabulars oder Wörterbuchs folgt ja nach.(Was den grossen Philologen die lacunae in den Texten. das mö- gen den kleinen einmal unbekannte Wörter sein, lacunae primum ingenio, deinde verborum indice erplendae!) Nachdem er so den Abschnitt zu Ende extemporirt, wobei unklare Stellen ihm geblieben sein mögen, gehe er nun daran, vermittelst passender Hilfsmittel die in seiner Präparation gebliebenen Lücken auszufüllen und die Zweifel zu beseitigen. Die Räthsel, die ihm dann noch bleiben, nehme er ruhig in die Unterrichtsstunde mit, die sie ihm lösen wird.
Was ist der Vortheil dieser Präparirmethode und der Nachtheil der anderen, wie sie ge- wöhnlich geübt wird?
Gewöhnlich spielt bei den Präparationen der Schüler das Wörterbuch, wenn nicht gar ein verwerfliches Hilfsmittel, die Hauptrolle. Der Schäler liest den Satz oft gar nicht zu Ende, sondern greift gleich bei dem ersten Anstoss zum Wörterbuch. Sehr häufig ist das Hindernis die falsche Auffassung der Construction, welche gar nicht durch das Wörterbuch aufgeklärt werden kann und nur die Folge davon ist, dass er den Satz nicht aufmerksam(nicht mit der, wie oben bezeichnet, auf die Fugen desselben gerichteten Aufmerksamkeit) oder gar nicht zu Ende las. Wenn nun der Schüler seinem Wörterbuch die Hauptsache zumuthet, so ist natür- ich seine Aufmerksamkeit gleich von vorn herein eine geringere. Diese wird ihm aber durch den Gebrauch des Wörterbuchs noch vollends benommen, denn es reisst ihn, wenn er aufschlägt, aus dem Zusammenhang der Construction, soweit er sie aufgefasst hatte, neraus und so muss er nach dem Gebrauch gewöhnlich den Satz wieder von vorn anfangen. Wer im Laufen nach einem Ziel einen Stein liegen siehet, thut wohl, darüber hinweg zu springen und nicht inne zu halten, um nicht den Schwung zu verlieren, der darüber hilft; sonst muss er zu neuem Anlauf wieder z u- rückzugehen. Wenn er hierauf die Strecke zuw zweiten Mal, nicht laufend sondern gehend, durchmisst, dann räume er sorgfältig alle Steine weg! So mag auch der Schüler bei seiner Präparation denselben Weg zweimal zurücklegen, aber in verschiedener Geistesthätigkeit. Zum ersten Mal soll er es thun mit der beim Extemworiren gelernten(und darum ist dieses so wichtig!), auf die Satzfugen gerichteten Aufmerksamkeit, wobei das Wörterbuch nur die unbe- kannten Wörter zu sagen hat, zum zweiten Mal mit der nachtragenden, ausfüllenden, auf Ausdruck und Sacherklärung gerichteten Thätigkeit. Der zweite Weg bietet dem Schüler immer noch manche Arbeit, wenn er auf die im Abschnitt vorkommenden grammatischen Dinge, auf die Verhältnisse der genannten Personen, auf Geschichtliches, Geographisches und dergl. ein- geht. Soviel Zeit er durch das Extemporiren auf dem ersten Wege gewonnen hat, soviel kann er auf dem zweiten nicht nur dem Wörterbuch, sondern auch der Grammatik, dem Reallexicon ¹),
²) Ein Reallexicon ersetzt zugleich ein mythologisch-historisches Wörterbuch, welches sonst für die Ovidpräparation ein unabweisbares Bedürfnis wäre.


