Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hersfeld von 1817 - 1876 / von Philipp Hafner
Entstehung
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lichen Amt machsuchte, die ihm dann auch durch den Generalsuperintendenten in Cassel erteilt wurde. Zur Ausführung des Allerhöchsten Erlasses wurden dann noch mehrere Be- stimmungen des MHinisteriums des Innern getroffen, wonach u. a. das tigliche Ilorgengebet in den Klassen nur von erprobten Lehrern geistliehen Standes abghalten, oder aber, wo dieses nieht ausführbar, als Nlorgengebet lediglich das Gebet des Herrn gesprochen werden, in dem Choralgesangunterricht, wie in allen Andachtsübungen der Schüler aber nur die sog. Kernlieder eingeübt und gebraucht werden sollten. Endlieh wurden die SS 1, 3 und S der Dienstanweisung für die Direktoren und Lehrer in folgender Fassung geindert:§ 1. Die Amtsführung der Gymmasiallehrer soll im allgemeinen geregelt werden durch die Von schriten und Ordnungen der ehristlichen Kirche des(evangelischen oder katholischen) Be- kenntnisses, welehem der betreftende Lehrer angehört, sodann durch wissenschaftlichen Riter und durch liebevolle Unverdrossenheit, die anvertraute Jugend mittelst Lehre und eigenen Vorbilds au lebendigen Gliedern der christliehen Kirche, welehe dereinst auf die Gesinnung und das Leben anderer bestimmend einzuxirken haben werden, mithin zu auf. riehtiger Frömmigkeit und zu wissenschaftlicher Gediegenheit zu eraichen. 8 3. Der Gym- nasiallehrer ist vermöge seines Berufes micht allein zu einer steten wissenschattlichen und pädagogischen Vervollkommnung, sowie au einem vorsiehtigen Benehmen im äuſern Leben, sondern auch vor allem zur Achtung und Ehrfurcht gewen die Ordnungen der Kirche, welcher er angehört, verpflichtet... 8 8. Die Schulcdisziplin ist lediglich als eine christ. liche Zucht aufufassen, für deren gewissenhafte Handhabung die Gymnasiallehrer ebenso Gott, wie der Kirche und der Obrigkeit verantwortlieh sind.

Diese Bestimmungen boten, wie leieht 2u erkennen ist, eine bedueme iandhabe zur MlaGregelung unliebsamer Gymmasiallehrer. Was aber noch schlimmer und bedenklieher Xar, welehe Veranlassung boten sie zur Gesinnungsschnüffelei und welchen Aureiz au Denunziationen! Und wie mußte das Vertrunensverhültnis 2wischen Lehrern und Schilern dadureh erschüttert werden! Auch das Hersfelder Lehrerkollegium blieb von dieser Reaktion nieht unberührt. Vor allem richtete sich das Migtrauen der Regierung gegen Jacobi, der ja sehon früher Gegenstand der Verfolgung gewesen war. Nuchdem er im Jull 1849 seine Amtstitigkeit wieder auſgenommen hatte, wur er axwar allen poltischen Bestrebungen fern- geblieben; dennoch erschien er dem Hassenpfngschen Regiment verdichtig, und besonders sein Geschichtsunterricht in Prima wurde der strengen Überwachung des Direktors unter- stellt. Wie dieser selhst Jacobi beurteilte, lehrt uns der Nekrolog, den er ihm nach seinem am 18. August 1856 erfolgten Tode im Programm des Jahres 1857 widmete, woraus einige charakteristische Stellen hier angeführt sein mägen.Der bedeutendste Teil Geines Unter- richts) heilt es da.war der in der Geschichte, welehe er fortvährend in den zwei oberen Klassen lehrte. Er tat dies in eruster und gründlicher Weise, stets bemüht, den inneren Zusammenhang der Begebenheiten aus dem wirklichen Gang derselben erkennen zu lassen und eigene Betrachtungen mögliehst forn zu halten.. Auch in seinem übrigen Unterrieht var überall ein Nlann zu erkennen, der mit Geschick und Sieherheit in dem Beruf eines Lehrers als einem gewohnten Lebenselement siech bewegto. Was ihm aber voruglich die Achtung und das Zutrauen micht nur seiner Schüler, sondemm auch seiner Ilithürger erwarb,

war nicht bloß seine Redegabe, sondern insbesondere die Offenheit und Gradheit seines 4