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die praktische Befühigung zum Unterricht in zwei Hauptfächern und mindestens einem Nebenfach nachzuweisen. Diejenigen Praktikanten, die die 2. Prüfung bestanden hatten dm Bedürfniskalle auch schon früher), konnten mit Versechung von Lehrerstellen beauftragt Nerden, bis sie dureh Allerhöehstes Reskript 2u Hülſslehrern und später zu ordentlichen Gymmasiallehrern ernannt vurden. Die Besoldungsverhältnisse der Gymnasial- lehrer waren durch Vereinbarung mit den Iandständen durch einen Normal-Ftat geregelt. wonach die Hülſslehrer in 2 Klassen mit 300 und 400, die ordentliehen Lehrer in i Klssen mit 500, 600, 700 und 800 Talern Gehalt eingeteilt wurden. Das Aufrücken erfolgte in grolen Zwischenräumen. Sämtliche Lehrer hatten Dienstwohnungen; der Direktor(1. Lehrer) bewohnte die noch jetet bestehende Direktor-Wohnung, der 2. Lehrer(rüher Konrektor) Nohnte in dem linken Flugel(vom Tor aus gesehen), der 3. Lehrer in dem Iiause an der Heke der Rosenstraße(neben der Direktor-Wohnung), der 4. Lehrer, seit Abbruch des Hlauses auf dem jetzigen Gymnasialhofe,¹) in dem rechten Flügel des Hauptgebäudes. Spiter tauschten der. und 4. Lehrer ihre Wohnungen.
Die amtliehen Verhältnisse der Direktoren und Lehrer wuren geordnet dureh die„Dienstanxweisung für sämtliehe Gymnasiallehrer des Kurstaates“ vom 10. Februar 1sss; für die Klassenordinarien urde der Entwurf einer Instruktion am 20. Februar 1857 und die endgültige Fassung am 15. Dezember 1842 erlassen.
Line Erschwerung für den Unterricht lag, wenigstens eine Zeit lang, in dem häufggen Wechsel der Lehrer. Vergebens hat wiederholt der Direktor Münscher auf den Schaden ningewiesen, den die Versetzung bewährter Lehrer für die Anstalt mit sich bringe; immer vurde er abgewiesen, sei es aus„dringenden Gründen“, sei es aus„Rücksichten, deren Beurteilung aus dem engeren, auf ein einzelnes Gymnasium beschränkten Gesichtspunkt nieht für die richtige erkannt Kerden könne“, In den spüteren Jahren wurde indessen der Wechsel wenigstens der ordemtlichen Gymnasiallehrer viel seltener.
Von den ordentlichen Lehrern, die in dem Zeitraum 1832—1848 längere Zeit an dem Gymnasium wirkten, seien hier genannt der Konrektor Kraushaar, der schon seit 1805 in den verschiedensten Fichern, im Lateinischen, im Hebräischen, im Deutschen und Pranzäsischen, sowie in der lathematik und in den Naturxissenschaften, unterrichtet war in seinen Anforderungen an die Schüler ziemlich streng und hielt besonders auch da muf, dal die Abiturienten in der Mathematik das erforderliehe Maß von Kenntnissen be- salen. Alit reichen und mannigfaltigen Kenntnissen war auch K. F. Oreuzor ausgestattet, nur hinderten körperliche Leiden nicht selten eine ersprieſliehe Wirksamkeit. Zu den Zierden des Gymnasiums in diesem und den beiden folgenden Zeitabschnitten gehörten Chr. Ph L. Deichmann und Hleinnch Wiskemann, die beide die Tätigkeit fast inres ganzen Lebens in den Dienst der Hersfelder Anstalt gesteilt und als tüchtige Lehrer und bewährte freieher sich um dieselbe hochverdient gemacht haben, jeuer ein Jlann von vomehmer Erscheinung und Gesinnung und von unwandelbarer Rechtschaffenheit, dieser ein Mlann von hervorragender und vielseitiger Gelehrsambeit, der durch zuhlreiche, grolen- tells preisgekränte Sehritten sich Verdienste um die Wissenschaft erworben hat, zugleich ein Uebenswürdiger, mit hohem Kunstsinn begabter Mensch. Auch in Gustav Volkmar
7) Ve. s.7.


