Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hersfeld von 1817 - 1876 / von Philipp Hafner
Entstehung
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gestrichen. Als Hauptfücher werden in dieser Prüfungsordnung ausdrüchlieh Griechisch, Lateinisch, Deutsch, Nathematik und Geschichte bezeiehnet. Falls der Prüßing in diesen Fächern genügt, wührend er in den anderen Prfungsfüchern(Religion, Französisch, Physib) nieht ganz genügt,ohne das es an allen Kenntnissen gebräche-, darf inm das Zeugnis der Reife erteilt werden. Nieht völlis genlgende Leistungen in einem Hauptfach können durch ausgezeichnete Leistungen in mohreren der übrigen kompensiert werden. Gamz aus- nahmsweise, bei besonders vorgercktem Alter, sowie bei besonderem Fleig und wenn sein Charakter es erheischt, kann durch*-Mehrheit einem Prüfing das Reifezengnis zuerkannt werden, wenn er wenigstens im Deutschen, Lateinischen und 2 anderen Füchern genügt, vobei der gewählte Lebensberuf in Betracht zu ziehen ist

Welehes Gewieht übrigens auf den mündlichen Gebrauch der lateinischen Sprache gelegt wurde, geht daraus hervor, daß wührend dieses ganzen Zeitabschnittes latei- nische Disputierübungen regelmähig stattfanden, ja daß im Anfang sogar die Erklärung der Rteinischen Sehriftsteller zum groGen Teil in lateinischer Sprache erfolgte.!) Auffallen mub auch, dag z. B. im Schuljahr 1839/340 die Reden des Thukydides teils ins Deutsche, teils Lateinische übersett wurden.

Auch das Deutsche erfreute sich einer besonderen Wertschätzung und es verdient hervorgehoben zu werden, das der Unterricht im Deutschen in Prima nicht nur die Brklürung schwierigerer Sehilerscher und Klopstockscher Gediehte und Litteraturgeschichte, sondern auch eingehende Behandlung des Alt. und Mitelhochdeutsehen umfalte. Bei den schrift. Uehen Arbeiten nahm man Rücksicht auf den verschiedenen Standpunkt der Schüler, indem awar alle Schüler der Prima Dispositionen, Redestlcke, kurze Abhandlungen und Aufsätze, Übersetzungen ungebundener Rede in gebundene und umgekehrt anfertigen mußten, von den Geübteren dagegen 2 vollstäudige Reden mit Disposition teils ohne, teils mit ceringer Anleitung verlangt wurden.

Was den Unterrichtsbetrieb im allgemeinen betriflt, so finden wir die Verteilung der Gegemstände auf eine gröhere Anzahl von Lehrern. So Wurde im Jahre 1839/40 der Unterricht in Prima von S(und zwar im Griechischen von 2, im Lateinischen von 3) in Sekunda von 9, in Tertin von 6-7, in Quarta im W. von 7 Lehremm erteilt. Ferner ist auffallend d'e grofe Zahl besonders der lateinischen Ubungsbücher; sind doch in dem Zeit. raum von 1832-1sas neben der Zumptschen Grammatik nieht weniger als 3 Leseblicher (Chrestomathien) und 11 Ubungsbücher im Gebrauch gewesen.

Wohnltuend wirkt es, dal man in der Entwichlung der kurhessischen Gymnasien selbst zwar versucht hat, innerhalb des Rahmens des Gymnasiums den Anforderungen der Zeit an eine gleichmüligere Gesamtbildung gerecht zu werden, daß man aber jedes sprunghatte Vorgehen weislieh vermieden und so die Stetigkeit der gymnasialen Rntwicklung ermöglieht hat. Auch die den einzeinen Lehrgegenständen eingeräumte Stundenzahl hat wohl in und wieder Veründerungen ertahren, Wie ja ein Normalplan überhanpt nur inso- weit existierte, als die Höchstzahl der Stunden festgesett wurde; aber im grolen und ganzen weisen die Lektionspline keine grolen Verschiebungen auf, weshalb hier zum Ver. gleich der Lektionsplan von 1847 angeführt sein möge:

) Pagraunm 18ah und 1810.