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schränktem Maß als berechtigt anerkaunte, bezeiehnete er den letteren auf Grund der Ur- teile der Marburger Professoren als unbegründet. Und sicherlich mit Rocht, wie man erkennen kann, wenn man die Vereeiehnisse der Hersfelder Abiturienten aus jenen Jahren durehgeht, von denen ². B. allein vier nachher dem Casseler Oberappellationsgericht ange hört haben. Auch noch spüter klagt das Miisterium über den Verfall der Sitten, der im leteten Halbjahr eingerissen und einzureißen drohe; und aus dem daraufhin erstatteten Be- nichte des Rektors ist zu ersehen, welehe Übelstände besonders Anlaß zur Klage gegeben. Zunächst wird hier auf den Unfug hingewiesen, der im Anschluß an die Tanzstunde mit dem Tanzen getrisben werde; sodann werden Malregeln von seiten der Regierung erbeten zur Apstellung des Schuldenmachens; endlich wird über unbegründete Schulversiumnisse während ganzer Tage, ja Wochen, sowie über unpünktliehes Erscheinen zum nterricht und über zu frühes Weggehen geblagt. Besonders die lette Klage lüßt ein eigen tümliehes Lieht auf die Handhabung der Disziplin fullen. Überbaupt scheint Faber seiner Stellung nicht recht gewachsen gewesen zu sein. War doch z. B. auch der Schreiblehrer Chr. Most im Jahre 1810 genötigt, den Unterricht im Schreiben zu kündigen, weil er von den Schülern verhöhnt wurde und bei dem Rektor zu wenig Bülfe fand.
Der Freitisch, der im Jahre 1817 mit 10 ganzen und 20 halben Stellen wieder- nergestellt worden war, wurde seit 1821 nicht mehr durch landesherrliehes, sondern durch Rtegierungs-Reskriyt gegen eine Taxe von 2 TIr. 12 Albus verliehen. Als im Jahre 18 die Wohnung des Okonomen nebst dem größten Teil des Hauptgebändes zu einer Lehrer- ronnung und einem geriumigeren Lokal für die Gymmasialbibliothek umgebaut wurde, rte qus gemeinsame Wohnen der Alumnen im Gymnasium auf, und auch die Speisung geschah in der Fölgezeit im eigenen Hause des Okonomen. Damals wurde übrigens auf dem hinteren Hof ein Garten angelegt, während da, wo bisher der Garten des Okonomen und das alte Hlaus für den 4. Lehrer war, ein Spielplate eingerichtet wurde; auch wurde die hohe Mauer abgetragen, das Portal erneuert und der innere Hof gepftastert.
Was die Bibliothek betriftt, so waren die dafür zur Verfügung stehenden 1 sehr gering, und so erfolgte die Vermehrung gräßtenteils durch Geschenke. Für die Schülerbibliothek hatte jeder Schüler 1 TIr. 10 Alb. S HIr. jährlich zu zahlen.
In der Zusammensetaung des Lehrerkollegiums traten in diesem Zeitraum einige Anderungen ein, indem im Herbst 1826 der 1. Lehrer lünscher als Rektor und 2. Lehrer an das Ilanauer Gymnasium und an seine Stelle August Friedrieh Christian Vilmar, bis- her Rektor der Stacdtschule in Rotenburg, berufen wurde, der im Sommer 1829, als der Lehrer Piderit als Pfarrer der reformierten Gemeinde nach Rintein übersiedelte, in dessen Stelle einrlickte, während Dr. Molter als 4. Lehrer hinzukam.
In diese Zeit fallen zwei gröbere Feste, einmal die 3. Säkularfeier der Uberreichung der Angsburgischen Konfession, die am 25. Juni 1880 durch Gesang einer von dem Köon- rektor Kranshaar gedichteten und von dem Organisten Rundnagel in Musik gesetten Pest. kantate, sowie durch eine Festrede des Kollaborators Vilmar festlich begnngen wurde, damn die Feier der neuen kurhessischen Verfassung im Frühjahr 1831, woran sich das Gym- nasium durch gemeinsamen Kirchgung und durch einen Fuckelzug beteiligte. Dem ersten


