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zahlen wollten, wurde unser Zehrpfennig standhaft zurückge- wiesen. So blieb uns nur übrig, mit herzlichem Dank von dem gastfreien Hause und Dorfe zu scheiden.
Früh erreichten wir am nächsten Morgen die alte Lullusstadt Hersfeld; die gewaltige Ruine der romanischen Stiftskirche mit dem Glockenturm daneben, der wohl die älteste Glocke Deutsch- lands birgt, das alte Rathaus mit der heraushängenden Sturm- haube eines Ritters, der 1378 beim Sturm auf die Stadt ge- fallen, das alte und neue Gymnasium und das an die Fran— zosenzeit erinnernde Linggdenkmal erregten das lebhafteste Interesse der Schüler. Die Anstrengungen der letzten Tage waren wegen der durch Regen sehr aufgeweichten Wege ziemlich groß gewesen. So entschloß sich der Leiter der Tour, einen halben Ruhetag einzulegen, d. h. auf den Be- such von Schloß Friedewald im Süllingswalde zu verzichten und mit der Bahn nach Vacha an der Werra zu fahren, wo die eigentliche Rhönwanderung beginnen sollte. Dort kamen wir so früh an, daß wir am Nachmittag noch ein etwa eine Stunde von Vacha entferntes Kalibergwerk bei Unterbreitz- bach besehen konnten. Wir wurden durch die Beamten sehr freundlich herumgeführt und belehrt. Am folgenden Tage bestiegen wir zunächst den Oechsen, gingen dann über Wöl- ferbütt, Mariengart nach dem Hochrain. Hoch oben auf weiten Wiesenflächen waren die Leute mit Heumachen be- schäftigt. Einer unserer Schar, der sich während der langen Rast etwas entfernte, schloß mit diesen, Mähern so gut Freund- schaft, daß sie ihren Kaffee mit ihm teilten; er brachte sogar triumphierend noch ein Stück Obstkuchen mit. Am Abend erreichten wir Hilders, nachdem wir noch Tann, mit dem Denkmal des Freiherrn von der Tann, des berühmten Generals von 1870, und das Stammschloß seines Geschlechtes sowie das alte Stadttor besehen hatten.
Damit waren wir an der eigentlichen Rhön angekommen; am andern Morgen bestiegen wir früh die Milseburg, wan-


