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Reich und erlebte ihre Glanzzeit unter Friedrich Barbarossa, der oft hier weilte, auch 1168 hier einen Reichstag abhielt. Adolf von Nassau übergab sie nebst der Reichsstadt Eschwege 1292 an Heinrich I., das Kind von Hessen, wodurch die Landgrafen von Hessen Reichsfürsten wurden. Die Herren von Boyneburg, das mächtigste Adelsgeschlecht zwischen Fulda und Werra, werden viel in den kriegerischen Ereig- nissen früherer Jahrhunderte genannt. Die Burg selbst wurde im 30jährigen Kriege von Tilly geplündert und von lsolani verbrannt. Sie wurde nicht wieder aufgebaut, jetzt zeugen nur noch ein hoher geborstener Turm und einige Mauerreste von verschwundener Pracht. Die Ruhepause auf der Burg im Schatten der hohen Bäume und Mauern und die herrliche Fernsicht von da gehõren mit zu den schönsten Erinnerungen dieser Reise; besonders interessant wurde unsre Rast dadurch, daß beim Herumklettern im Gemäuer ein Schüler unter einem sich lösenden Stein eine alte Münze fand, die, gereinigt, das burgundische Wappen und die Inschrift: MONETANOVA. DE DAVENTRIA mit der Jahreszahl 1472 erkennen ließ. In Sontra wurde Nachtquartier bezogen. Am nächsten Tage wanderten wir über die Berge, dem„Franzosenpfad“ folgend, durch wildreiche, prachtvolle Wälder nach Rotenburg, nach flüchtiger Besichtigung des Schlosses weiter, wieder fast nur im Walde, bis Rohrbach bei Hersfeld. Statt des bestellten Strohlagers erwartete uns hier ein überaus freundlicher Em- pfang bei einem Verwandten zweier Schüler, die an der Wanderung teilnahmen. Alle 14 Reisegefährten wurden, z. T. bei liebenswürdigen Freunden des gastfreien Müllerhauses, untergebracht, ganze Berge von Wurst und Landbrot, unge- heure Mengen von Eierkuchen usw. wurden aufgetragen und verschwanden in den ausgehungerten Mägen. Am nächsten Morgen ritt einer unserer Kleinsten auf einem riesigen Schimmel seines Onkels durchs Dorf und trommelte die in andern Häusern untergebrachten heraus; als wir dann nach reichlichem Genuß von Kaffee und Kuchen die Zeche be-


