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8— 9 stand den Schülern wieder zu freier Verfügung; meist gingen sie mit Erlaubnis nochmals vor die Tür, andere be— reiteten sich mit Reiseführern und Karten zur Führung für den nächsten Tag vor, andere verfaßten den Reisebericht des vergangenen Tages, und die damit Beauftragten schrieben die allgemeinen Ausgaben des Tages auf; der eine oder andere, der besonders müde war, ging dann wohl auch gleich zu Bett. Vor dem Schlafengehen mußte jeder noch einmal bei dem Leiter erscheinen und verabschiedete sich dann mit einem Händedruck und freundlichem„Gute Nacht!“ In der Zeit von 9—10 war die Aufsicht nicht so streng gehandhabt; die Schüler hatten so Gelegenheit, ihren Uebermut etwas auszutoben; nur dem Uebermaß wurde gewehrt. Nach 10 Uhr mußte mit Rücksicht auf Nachbarn und Hotelbesitzer pein- lichste Ruhe herrschen. Doch hörten meist nach der ersten Nacht schon die Ulkereien auf; das beste Mittel dagegen war große Mücdigkeit.
Es möge nun ein kurzer Ueberblick über die drei Wanderungen folgen.
1907.
Unsern ersten zweitägigen Marsch unternahmen wir am 22— 23 Juli 1907; 10 Untertertianer und 3 Untersekundaner beteiligten sich daran. Das Ziel war die landschaftlich sehr schöne Gegend von Thalitter und das Gebiet der Edertal- sperre, sowie die historisch interessante Gegend um Metze, Gudensberg, Maden, den Kern des alten Kattenlandes. Von Thalitter führte der Weg über Marienhagen nach dem Tal der Eder, dem wir von Asel bis über Berich folgten. Beide Dörfer liegen im Gebiet des zukünftigen Staubeckens und sind dem Untergange geweiht. Von Burg Waldeck, hoch über dem zukünftigen See, hatten wir eine prachtvolle Aus- sicht. Ueber Netze erfolgte der Abstieg nach Naumburg, einem ehemals mainzischen, seit 1803 hessischen Landstädt-


