Aufsatz 
Beiträge zur körperlichen Erziehung / von Karl Knabe, Max Georg Schmidt und Walter Kürschner
Entstehung
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haben. Und nicht zuletzt kommt der turnerische und gesund- heitliche Wert einer solchen Wanderung, die Gewöhnung an Strapazen und Entbehrungen. Ganz deutlich zu merken ist ein gesteigertes Selbstbewußtsein der Jungen als Folge einer tüchtigen Leistung. In der Schule kann mancher lange arbeiten, ohne zum Bewußtsein eines Fortschrittes, also einer ihm fühlbaren Belohnung seiner Leistung, zu kommen; auf einer Wanderung wird durch mühselige Erreichung eines weiten, hohen Zieles ein Vertrauen auf die eigne Kraft ge- weckt, das als Beispiel für gewissenhafte Arbeit auf anderen Gebieten dienen muß. Und mancher Schüler, dem es in der Klasse nur selten und schwer gelingt, den Lehrer durch gute Kenntnisse zu erfreuen, hat auf solchen Gängen die Möglich- keit zu zeigen, daß in anderer Hinsicht Tüchtiges in ihm steckt; so sind diese Gelegenheiten, die Schüler genauer kennen zu lernen, auch für den Lehrer äußerst wertvoll. Endlich darf nicht vergessen werden, daß eine solche mehrere Tage dauernde gemeinsame Wanderschaft auch insofern zur Bildung des Charakters beiträgt, als der Schüler lernt, auf bequemes Genießen, auf manchen eignen Wunsch, Verzicht zu leisten, wenn es zum besten der Gesamtheit dient: Kameradschaft- lichkeit, Verträglichkeit, Selbstbeherrschung, Opferwilligkeit, Unterordnung und Anstandsgefühl werden in wertvoller Weise gefördert.

Nicht einfach ist die Vorbereitung einer solchen Wande- rung. Nachdem zunächst das Ziel und die Plätze, wo über- nachtet werden soll, festgestellt sind, muß der Führer mit einer großen Zahl von Wirten in schriftliche Verbindung treten, um unter günstigen Bedingungen gutes Quartier und Essen zu erhalten; überhaupt gilt es, zum Zweck größter Billigkeit alle nur möglichen Vergünstigungen auf Bahn, bei Besichti- gung von Sammlungen u. s. w. zu sichern. Die Festlegung der Quartiere, die den Schülern vor der Abreise diktiert werden, dient ferner zur Beruhigung der Eltern, die so imstande sind, in Notfällen täglich ihre Kinder mit einer Nachricht zu erreichen.