Aufsatz 
Beiträge zur körperlichen Erziehung / von Karl Knabe, Max Georg Schmidt und Walter Kürschner
Entstehung
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II. Versuche zur Abhilfe körperlicher Schädigungen.

Um eine gesunde Jugend heranwachsen zu lassen, wird vielfach verlangt, die Ziele der höheren Lehranstalten herab- zusetzen, so nennt z. B. der bekannte Schulreformer Prof. L. Gurlitt in seiner Erziehungslehre diejenige Schule die beste, welche die geringsten Anforderungen stellt. Daß dies jedoch durchaus falsch ist, beweist schon die einfache Uber- legung, daß wir dann recht bald von der Höhe unserer jetzigen Kultur herabsteigen würden. Es würde doch schließ- lich ein schlechter Erfolg sein, wenn unser Volk körperlich tüchtiger, aber geistig weit untüchtiger würde als jetzt. S0 schlecht sind auch die Verhältnisse doch noch nicht, daß wir genötigt wären, zu diesem Mittel zu greifen; dies dürfte erst angewendet werden, wenn es ganz unerläßlich wäre.

Gymnasialprofessor Kemmer-München beschäftigt sich aus Anlaß dieser Untersuchungen eingehend mit dem bayerischen Gymnasium und verlangt einschneidende Veränderungen. Manches, was er vorbringt, bedarf allerdings unbedingt der Abhilfe: Es ist z. B. für Schüler und auch für Lehrer nicht gut, wenn ein und derselbe Lehrer lange Jahre hindurch stets dieselben Fächer in denselben Klassen hat. Den Lehrer stumpft es ab, und dem Schüler verursacht es unnötige Arbeit, sich mit jedem Jahre in andere Lehrer-Individualitäten hinein zu finden; ein Aufsteigen des Lehrers mit seinen Schülern einige Jahre hindurch ist sicher für die Gesundheit förderlicher. 1

Prof. Dr. med. et phil. Griesbach, der verdienstvolle Vorsitzende des Vereins für Schulgesundheitspflege, verlangt auch jetzt wieder in einer eingehenden Besprechung dieser Arbeit als einziges Heilmittel eine auf physiologisch-hygie- nischer Grundlage aufgebaute Reichseinheitsschule. So be-