Aufsatz 
Montesquieus Theorie vom Ursprung des Rechts / von Kurt Glaser
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in dem Triebe der Selbsterhaltung die Ursache gegen- seitiger Gewalttätigkeiten unter den an Körperkraft einander gleichen Menschen erblickte, folgerte Montes- quieu, dass die Ausübung des Selbsterhaltungstriebes den Menschen zu dem Bewußtsein seiner Schwäche und Ohnmacht gegenüber anderen gelangen lassen und ihn, statt zu gegenseitiger Feindschaft, eher zu gegenseitiger Flucht veranlassen müsse.Un homme pareil ne sentiroit d'abord que sa foiblesse; sa timidité seroit extréeme: et si l'on avoit-dessus besoin de l'expérience, l'on a trouvé dans les foréts des hommes sauvages; tout les fait trembler, tout les fait fuir. Dans cet état, chacun se sent inférieur; à peine chacun se sent-il égal. On ne chercheroit donc point à s'at- taquer. I. 2. S. 94, 95. Das so gewonnene Ergebnis er- härtet Montesquieu noch durch den Widerspruch gegen zwei weitere von Hobbes beigebrachte Argumente, welche er im Zusammenhang damit einer besonderen Kritik unterzieht: einerseits hält er dem von Hobbes seiner Theorie der menschlichen Natur zu Grunde gelegten Satz, dass der ursprünglichste Wunsch aller in dem Verlangen nach gegenseitiger Vergewaltigung bestanden habe, den psychologischen Einwand ent- gegen, der Gedanke an Gewalt und Herrschaft sei so zusammengesetzt und von so vielen anderen Gedanken abhängig, dass er dem Menschen nicht zuerst habe kommen können:Le désir que Hobbes donne d'abord aux hommes dese subjuguer les uns les autres, n'est pas raisonnable. L'idée de l'empire et de la domi- nation est si composée, et dépend de tant d'autres idées, que ce ne seroit pas celle qu'il auroit d'abord; andererseits setzt er sich mit der von Hobbes zur Bekräftigung seiner Auffassung des Naturzustandes verwerteten Beobachtung, dass die Menschen, auch wenn sie unter geordneten Gesetzen leben, gleichwohl die Gewohnheit haben, sich nie ohne eine Waffe zu ihrer Verteidigung auf den Weg zu begeben und