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Hierzu ist zu bemerken: Da es also nur 3 Bannforste gab, und in der Urkunde von 1060 Heinrich IV. ausdrücklich sagt: notum esse volumus qualiter nos sub interventu dilectissime genitricis nostre agnetis imperatricis auguste et ob peticionem dilecti nostri Sigiberti episcopi ad altare uerdensinensis ecclesie in honore sancte dei genetricis marie et sanctae cecilie virginis constructe quoddam forestum quod pater noster feliecis memorie heinricus imperator augustus dum vixit proprium retinuit et ad nos hereditaris iure transmisit positum in magetheida————— in proprium dedimus ac tradidimus,... .. et ut nulli sine consensu et licentia verdensis episcopi in prenominato foresto venari..— liceat, diese magetheide also auch ein kaiserlicher Bannforst war, so kann nur die im Lüne- burgischen gelegene Magetheide die im Sachsenspiegel erwähnte sein. Die sprachliche Form von„Prettinische H.“ kann man sich so erklären, dals dem Eike v. Repgow eine aus Bardungau, Bardunga, Bardengo, Berdango, entstandene Form Bardingo, Bardinc ¹), und weiterhin eine durch Umsetzung gebildete Bradingische, Pratingische, oder Bredingische, Pretinische vorgelegen hat. Daſs diese sich von der ursprünglichen weit entfernt, ist an sich nichts Ungewöhnliches; auch mochte dem Verfasser oder dem Abschreiber des Sachsenspiegels der Bardengau selbst nicht bekannt sein, und so hielt er sich an den ihm vertrauten Namen Prettin(a. d. Elbe zwischen Torgau und Wittenberg). Hätte es bei diesem Orte eine kaiserliche Banpforst gegeben, so würden längst darüber urkundliche Zeugnisse bekannt geworden sein.
Wir sind sonach überzeugt, daſs die Magetheide in der Urkunde von 1060, also die im Lüneburgischen gelegene, und die im Sachsenspiegel erwähnte ein und dieselbe sind, daſs diese bei weitem nicht bis nach Magdeburg hinaufreichte und daſs daher diese Stadt auch ihren Namen nicht von der Lage in oder an der Magetheide haben kann. Eine andere Frage ist die, zu wissen, woher denn der Name Magetheide ²) stamme und ob er nicht indirekt mit dem Namen der Stadt M. zusammenhänge. Letzterer Punkt wird im weiteren Verlaufe unserer Untersuchung noch berührt werden. Nur so viel sei hier bemerkt, dals wir mit Hülſse der Meinung sind, es sei in dem Namen Magetheide eine mytholog. Beziehung zu suchen, vielleicht eine Erinnerung an die Schlachtenjungfrauen, die Walküren. Darin bestärkt uns die Angabe bei Saxo Grammaticus I, 112, der berichtet, daſs die virgines silvestres über das Kriegs- glück walten und ihren Freunden unsichtbar die gewünschte Hilfe leisten.
Nun zur ersten der drei Erklärungsmöglichkeiten: Magdeburg, die Jungfrauburg, ³) die als Jungfrau gelten soll oder gilt— die jungfräuliche, nicht zu erobernde oder nicht eroberte Burg.
Es lälst sich der Nachweis führen, daſs in alter, aber auch noch in neuerer Zeit in der Vorstellung besonders der Germanen aber auch anderer Völker innige Beziehungen zwischen den Begriffen Burg und Frau bestanden haben, die eine ganz hervorragende Rolle in der deutschen Namengebung gespielt haben. Wenn es gelänge, solche Beziehungen zwischen den
Begriffen Burg und Jungfrau oder Übertragungen des einen Begriffs auf den andern nachzu- weisen, so wären wir nicht weit vom Ziele.
¹) Alle diese Formen finden sich bei Först. O. N. 209/210.— Es wäre wünschenswert, festzustellen, ob die älteste Handschrift— oder welche H. zuerst— diesen Zusatz„die Prettinische Heide“ enthält. Först. giebt übrigens unter Magetheide an, daſs sie zwischen Aller und Schunter gelegen habe. Auch an der Annaburger Heide (d. i. die Prettinsche) liegt ein Ort Mahdel.
²) Magdheiden und Jungfernheiden giebt es auch sonst z. B. die bei Berlin; ferner eine Magdheide, eine südlich von Münster gelegene grofse Mark. S. Lenthes Arch. 6, 389.
³ Der alte Fuchs(Tilly) wollt vertilgen die Jungfrowburg(Grs. Wtbch. unter J.)


