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Erklärung sei weit natürlicher als die von Hodenberg(a. o. Orte S. 388) gegebene, der Maget- heide von magan, maht(potestas), mahtig(potens) ableitet, also= mächtige, groſse Heide. Grimm, Gr. III., 441 stellt zu magan ahd. makan, mekin und führt an: Magen-sül, magan- 10h, mägen-stän, aus Hans Sachs magen-schloſs. Uberall hat hier magan die Bedeutung= ingens, ungeheuer gross, gewaltig, Haupt-, engl. main-land, main-sea, mainstone. Wir sagen ähnlich: Weltmeer, oder: Der Burenkrieg ist eine Weltschande. v. H. erinnert auch an das ags. maegthe= Stammland der Magenschaft, giebt aber in einer Fuſsnote an, dals Jak. Grimm ihm mitgeteilt habe, er übersetze Magetheide mit Jungfrauenheide. In seinem ausgezeichneten Buche: Der Bardengau 1869 kommt v. Hammerstein noch mehrmals auf die Magetheide zu sprechen (S. 29, 200, 624). Wir halten beide Etymologien für verfehlt, denn obwohl Först. O. N. 1034 eine Reihe mit mad ¹)(= meadu pratum) und màt(= Mähen) gebildete Ortsnamen zusammenstellt, so ist doch kaum glaublich, dals schon in so früher Zeit(vor 1060) eine solche— man möchte sprechen schriftmäſsig gekünstelte— Umbildung von mad oder màt zu maget eingetreten sei. Eher war das Umgekehrte der Fall, wie aus der aus d. J. 965 stammenden Form Madaburg = Magadaburg(s. Holstein, a. o. O. 357) hervorgeht. ²) Was aber die zahlreichen bei Först. 1038, 1043 angeführten Ortsnamen, die als erstes Glied magan resp. maht enthalten, anbetrifft, so ergiebt eine Prüfung, daſs magan nur zu main, mein zusammengezogen werden und maht, umge- kehrt zu math, mat werden mulste, wenigstens stellt Först. Machtolfingen, neben dem sich Mathol- vingen findet und Matholfeshus, neben dem Mahtolfeshus vorkommt, zum Stamme maht. ³) Zu be- achten ist hierbei, daſs wir es in den letzten Wörtern mit oberdeutschem Sprachgebiete zu thun haben.
Es kommt jedoch bei der Bestimmung der Lage, der Ausdehnung und der Grenzen der Magetheide noch ein Punkt in Frage. Im Sachsenspiegel(Buch II, Art. 61) findet sich die Stelle:„doch sint dri heide binnen—[deme lande]— zu Sachsen, daâ den wilden tieren vrede geworcht ist bi kunges banne, sunder beren unde wolfen und vuchsen; daz heizen banvorste. Daz eine ist die heide zu Koyne“); daz andere der Harcz, das dirte die Magetheide oder Prettinischen Heide. Swer hierinne wild fahet, der sol wetten des kunges ban, daz sindt IX schilling“.— Först. O. N. 1042 fragt: Wo liegt die Magetheyde des Sachsenspiegels? Auch v. Hodenberg a. o. O. 338 fragt desgleichen: woher ist diese 2. Be- nennung zu leiten? ⁵) v. Hammerstein, Lenthes Arch. 7, 390 hält„bis auf andern Beweis“ die Magetheide im Lüneburgischen für die im Sachsenspiegel erwähnte,„obwohl der Name Prettinische Heyde auf eine Belegenheit in der Nähe wendischer oder slav. Orte schlieſsen lassen sollte und die Glosse zum Sachsenspiegel sie als bei Prettin a. d. Elbe in Obersachsen belegen bezeichnet. Zu vermuthen ist, da ein Prettin in der ganzen Umgebung unserer Maget- heide nicht vorkommt, daſs ein Verschreiben nicht stattgefunden hat, und der Verfasser des Sachsenspiegels, seiner obersächs. Mundart, die auch in der Urkunde von 1060 erscheint, folgend, Partungensche(Bardengauer) Heide schreiben wollte, als er Prettinische Heide schrieb“.
¹) Darunter auch das oben besprochene Magdala, das aber erst in neuerer Zeit das g aufgenommen hat. ²) Das Volk spricht auch heutzutage vielfach Madeburg, worin das a wie das engl. a in all lautet. ³) Noch deutlicher erscheint dieser Vorgang in den Personennamen z. B. Machthildis später Mathilde.
¹) Bei Zeitz; cf. Dr. Brinkmann: Über Burganlagen bei Zeitz. Progr. Zeitz 1896 S. 12 ff. über die Wasserburg Kayna und die Bannforst.
⁵) Lüntzel a. o. O. S. 122 meint: die Heide soll auch die Prettinsche heifsen, vielleicht vom Orte Prezier, da Preten wohl zu entfernt ist.


