Aufsatz 
Zur Erklärung des Namens Magdeburg / von Oberlehrer Dr. Elschner
Entstehung
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im Ahd. lauten die von Graff: Ahd. Sprachschatz II, 630 belegten Fälle so: Sing.: n. magad, maged, magid, g. magidi, magedi, magede, megede, d. macadi, magadi, magicdi, magede, megede, a. magat, maged. Plur. n. magadi, magede, g. mage do, d. magidin, mageden, a.. Diese Form des Gen. Plur. erklärt hinreichend das spätere Ausbleiben des Umlauts in dem Namen M., wenn wir nicht ohnehin wülsten, daſs die Eigennamen häufig auſserhalb des lebendigen Flusses der Sprachentwickelung stehen und dieser zuwider die alten Formen festhalten. Die späterhin thatsächlich öfters vorkommende Form Maegdeburg geht entweder auf den alten regelmäſsigen Gen. Plur.(magadjo) oder auf den Gen. Sing. magedi zurück. Im letzteren Falle hätten wir: Burg der Magd wie in Mägdesprung: Sprung der Magd ¹) Ja, Grimm sagt: I, 278: Wenn sich aber magede, magedin st. megede findet, so muſs man die ahd. Form magadi, magadin er- wägen, wobei zweifelhaft bleibt, ob der spätere Umlaut aus der 3ten Silbe gewirkt wurde, insofern das a derselben allmählich in i übergegangen sein konnte.

Sonach ist für Hülſses Erklärung(Magdeburg benannt nach seiner örtlichen Lage in oder am Rande der Magetheide) in der Form des Namens kein Anhaltspunkt gegeben. Auch ent- spricht eine solche Benennung durchaus nicht der einfachen knappen Namengebung unserer Vorfahren, die in solchem Falle kurz Haideburg gesagt haben würden. Vor allem aber ist es nicht möglich, dals die Magetheide einen solchen Umfang gehabt hat, wie ihn H. annimmt. Nach Lüntzel, Die ält. Diözese Hildesheim 1837 S. 122 ff., lag sie nördl. der Aller, und es teilten sich in sie die vier zusammenstoſsenden Gaue Loingau, Grete, Bardengau, Molibizi (GC. besonders die Karte dazu). V. Hodenberg(Magetheida, die Lüneb. Haide im Jahre 1060. S. Lenthes Archiv für d. Geschichte v. Lüneburg 6, 383) sucht die Grenzen dieser Heide noch näher zu bestimmen auf Grund der Urkunde, wodurch Heinrich IV. i. J. 1060 auf Bitten seiner Mutter Agnes der Kirche zu Verden quoddam forestum.... positum in maget- heida...(folgt die genaue Angabe der Grenzen) verlieh. Dieser Forstbann habe nicht die ganze Magetheide umfaſst, denn man fände nordwestlich und nördlich seiner Grenze noch Mathberg, Matheide, und auch im Gau Muthwide eine solche. Demnach falle wohl die Maget- heide mit der Lüneburger Heide zusammen. Ibid. L.'s Ar. Bd. 7, 385 giebt der Staatsminister v. Hammerstein-Loxten*) einige Ergänzungen zu Hodenbergs Aufsatze. Dadurch wird die Frage nach dem Umfang der Magetheide noch viel verwickelter oder auch ein- facher, wie man will, denn er stellt auf Grund persönl. Nachforschung fest, dals z. B. in der Amtsvoigtey Hermannsburg im Loingau 46 Matheiden vorhanden sind.Maatheide sei ein in einer Dorfschaft oder einem einzelnen Hofe zum hierfür alleinigen ausschliefslichen Plaggen- und Heidhieb, jedoch dergestalt ausgewiesener Distrikt Heide, daſs die übrigen Hut- und Weideinteressenten darin als solche berechtigt blieben.... Es sei wohl Maatheide und Magetheide wesensgleich, denn die Gewohnheit der Benutzung zum Heid- und Plaggenhieb habe wohl(!) schon vor Verleihung des Forstes an den Bischof von Verden bestanden. Diese

¹) Ueber Mägdesprung a. Harz s. Zeitschrift des Harzvereins 20, 317; ferner K. Schulze, Erklärung des Namens Mägdesprung, Quedlinburg 1886. Ueber Mägdesprung bei Calbe a. d. S. s. Härtel, Magd. Ge- schichtsblätter 1885, 196 ff. Ein Jungfernsprung befindet sich auch bei Arnstadt i. Th. neben dem Teufels- zaun, s. Bühring: Die Alteburg bei Arnstadt. Arnst. Progr. 1892, S. 19(Karte). Vgl. auch Grimm, Gr. III, 985: Der Drachenstein, diu Etzeln-Burg.

²) Daselbst auch 2 weitere urkundliche Zeugnisse aus den Verdener Geschichtsquellen Bd. I über die magetheide.