Aufsatz 
Zur Geschichte des Hanauer Gymnasiums : Mitteilungen über die Matricula Illustris Paedagogii Hanoviensis von 1648 - 1748 / von Philipp Braun
Entstehung
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sein Hoch den anwesenden Mitgliedern des Provinzialschulkollegiums, Oberpräsidenten Hengstenberg und Provinzialschulrat Dr. Kaiser. Letzterer erwiderte mit einem Hoch auf das Le hrerkollegium und den Direktor des Kgl. Gymnasiums zu Hanau. Professor Dr. Wackermann feierte die Stadt Hanau und brachte dieser sein Hoch. Herr Generalmajor Tülff feierte die deutschen Frauen. Herr Generalsuperintendent Dr. Pfeiffer gedachte der Senioren der ehemaligen Gymnasialschüler, Pfarrer Junghans und Pfarrer Bode, Geh. Reg.-Rat Dr. Heußner, Direktor des Friedrichs-Gymnasiums in Cassel, frischte Jugenderinnerungen, Vorkommnisse während der Schulzeit in Hanau auf. Er- wähnt sei noch, daß die Zahl der eingelaufenen Glückwünsche zur Dreihundertjahrfeier eine über- aus große war.

Es würde zu weit führen, die Namen aller der hiesigen und auswärtigen Korporationen und einzelnen Personen zu nennen, seien es Vorgesetzte, seien es Gönner oder ehemalige Lehrer und Schüler der Anstalt, die uns mit brieftichen oder telegraphischen Grüßen erfreuten. Es liegt vielleicht auch gar nicht in dem Wunsche der Einzelnen, hier genannt zu werden. Es könnte auch, wollte man sie aufzählen, die Möglichkeit eintreten, daß aus der grobßen Zahl einer vergessen würde und wir möchten niemand vernachlässigen. Deshalb zieht es der Berichterstatter vor, die Namen zu verschweigen. Er kann aber die Versicherung geben, daß alle Glückwünsche, sorg- fältig zusammengeheftet, dem Archive der Anstalt einverleibt worden sind und dort treu zur Erinnerung an das. schöne Fest aufbewahrt werden sollen. Erwähnt sei jedoch, daß zur großen Freude der Anwesenden telegraphische Glückwünsche einliefen von Sr. Kgl. Hoheit dem Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen und von Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzen Friedrich Karl, der auch huldvollst seiner ehemaligen Zugehörigkeit zur Anstalt gedachte.

Abends 6 Uhr versammelten sich die Festgenossen, zu denen nun noch eine große Zahl von Angehörigen unserer Schüler kam, denen für die Hauptfeier Eintrittskarten wegen der Unzu- länglichkeit des Raumes nicht hatten gewährt werden können, zu dem

Schülerfest in den Sälen der Turngemeinde.

Mit der Darbietung sorgfältig einstudierter Chorgesänge und eines Beethovenschen Streich- quartettes(Op. 16), sowie einiger Solovorträge für Violine und Violoncello, bei denen einzelne kunstliebende unserer Schüler die Hauptaufgabe zu leisten hatten und Zeugnis ablegten, sowohl von ihrer Fertigkeit, als auch von ihrem feinen musikalischen Empfinden, verbanden sich turnerische Aufführungen von Schülern der oberen Klassen am Reck, sowie von Schülern der mittleren und unteren Klassen am Sprungtische.

Der Berichterstatter tritt nicht gern aus dem Rahmen der Objektivität heraus und meidet gern alles, was als pro domo gesagt aufgefaßt werden könnte. Er ist aber überzeugt, daß er nicht zuviel behauptet, wenn er erklärt, daß diese Darbietungen alle tadellos verliefen und die höchste und freudigste Anerkennung der Gäste fanden.

Den Herren Kollegen und den lieben Schülern, die unablässig und unverdrossen sich in den Dienst der Sache gestellt haben, um auch diesen Teil des Festes zu einem würdigen zu ge- stalten, sage ich hier den herzlichsten Dank der Anstalt.

An die Darbietungen schloß sich ein einfaches Abendessen, dem ein Tanzvergnügen der Schüler der oberen Klassen und ihrer Gäste folgte, das bis lange nach Mitternacht dauerte. Bei der Dreihundertjahrfeier darf ja einmal von unserem sonstigen guten Brauch des rechtzeitigen Schlusses der Schülerfestlichkeiten eine Ausnahme gemacht werden, quoniam haec exceptio firmat regulam. Ungetrübte, reine Freude, von keinem Mißklange gestört, kennzeichnete auch diesen Teil des Festes.