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und mancher hervorragende Pädagoge wie Jung, Stang und Roller hat im 18. Jahrhundert ohne Zweifel der Anstalt den Stempel seines Wirkens aufgedrückt.
Den tiefsten Einblick in den Betrieb der Schule eröffnen uns die Akten gelegentlich in den Zeiten, wo in der ôffentlichkeit über den Verfall der Schule geklagt wird, so um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Neben höchst sonderbaren Gründen, die einzelne Lehrer zu ihrer Ent- schuldigung vorbringen, machen sie aber auch eine Reihe von sehr zutreffenden Bemerkungen. Mit unerbittlicher Schärfe aber werden von dem mit der Revision betrauten Juristen Ledderhose die Fehler des Systems, die Mängel l der Methode und auch der Mangel an Selbstzucht, der bei den Lehrern hervortritt, an das Licht gezogen. Er zeigt u. a., wie ein hohler Formalismus ohne Inhalt die Schüler langweilen und abstoßen muß.
Bisweilen eröffnet sich auch ein Blick in das tiefe Elend des Lehrerstandes, so wenn ein Rektor, der von auswärts berufen wurde und voll Erwartung die ihm angebotene Stelle ange- nommen hat, als Vater einer zahlreichen Familie nicht weiß, wo er das Brot für seine Kinder hernehmen soll, und flehentlich um Hilfe bittet, oder wenn Übelwollende gegen das Lehrerkollegium den Vorwurf erheben, es sauge die Schüler aus, während die Lehrer nichts bekommen haben als ihre alten, wohlberechtigten Akzidenzien, ohne die sie gar nicht bestehen können.
Kußerlieh wird in Promotionen, Examina, Disputationen, Schulreden der Schein gewahrt. Im Unterricht kann man sich nicht von Stock und Rute trennen. Sie sind bis in die obersten Klassen hinein die traurigen Attribute des Lehrerstandes.
Ein Umschwung vollzieht sich in den Zeiten der politischen tiefen Erniedrigung, die zwischen den Untergang des Deutschen Reiches und die Freiheitskriege fällt. Ein neuer Geist pocht an die Pforte der Schule unter der Regierung des Fürst-Primas des Rheinbundes, Karl. von Dalberg. Dieser ohne allen Zweifel hochsinnige und edle Fürst berief im Jahre 1812 den Professor Johannes Schulze von Weimar an die Schule. Schulze, ein glühender Patriot, war ge- borener Mecklenburger und hatte in seiner Jugend preußische Gymnasialbildung genossen(im Kloster Berge). Sein Plan zur Umgestaltung der Hanauer Schule deckt sich in vieler Beziehung mit demjenigen, den scit 1810 in Preußen Wilhelm v. Humboldt und Süvern ins Werk zu setzen begannen, den später weiter auszugestalten Schulzes Aufgabe ward, als er von Hanau in den preußischen Staatsdienst berufen worden war. Das Wesentliche war die Beseitigung des einseitigen UÜbergewichts der sprachlichen Bildung und die Hebung der Mathematik, der Muttersprache und der bessere Betrieb der Geschichte, Erdkunde und der Naturwissenschaften. Als Grundgedanke dieses Planes wird bezeichnet die allseitige Bildung.
Schulze hätte vielleicht das Hanauer Gymnasium für alle deutschen Schulen vorbildlich machen können. Aber er war genötigt, bald nach dem Ende der Freiheitskriege infolge der traurigen Kleinlichkeit, Sparsamkeit und Zerfahrenheit der Regierung des Kurfürsten seine ihm sonst sehr liebe hiesige Stellung aufzugeben, um einem Ruf nach Koblenz zu folgen.
Glücklicher Weise paßt auf Schulze nicht der Vers des Horaz(IV, 9, 25), der da lautet
vixere fortes ante Agamemnona multi; sed omnes illacrimabiles urgentur ignotique longa
nocte, carent quia vate sacro!
Viele große Männer sind in ewiger Nacht vergessen, weil sie keine Sänger gefunden haben, Schulze hat den seinigen gefunden.
Es ist unstreitig die verdienstvollste Arbeit von allen, die die Geschichte des Hanauer Gymnasiums berühren, die Monographie des Marburger Professors Dr. Varrentrapp über Johannes


