Aufsatz 
Zur Geschichte des Hanauer Gymnasiums : Mitteilungen über die Matricula Illustris Paedagogii Hanoviensis von 1648 - 1748 / von Philipp Braun
Entstehung
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Nachdem noch der ChorGroßer Gott, du herrlicher dort oben von Mozart verklungen war, sprach der Direktor herzlichen Dank aus allen denen, die die Feier mit ihrer Anwesenheit beehrten, den früheren Lehrern und Schülern der Anstalt und den Vertretern der Behörden, die zum Feste gekommen seien. Insbesondere begrüßte er Se. Exzellenz den Oberpräsidenten Hengsten- berg, Ober-Reg.-Rat Fliedner, Prov.-Schulrat Dr. Kaiser, den Vertreter der Universität Marburg, Herrn Geh. Med.-Rat Mannkopf, die Vertreter der hiesigen Militärbehörden, Herrn Generalmajor Tülff, den Direktor der Pulverfabrik, Herrn Oberstleutnant Kaehler, und den Vertreter des Ulanen- Regiments Nr. 6 Herrn Major von Goerschen; als Vertreter der geistlichen Behörden die Herren Gen.-Sup. D. Pfeiffer, Superintendenten Fritsch, Pfarrer Fuchs, Pfarrer Neßler, Pfarrer Wessel, Dechanten Braun, Prov.-Rabbiner Dr. Bamberger; als Vertreter der Stadt Hanau die Herren Ober- bürgermeister Dr. Gebeschus und Stadtv. Vorsteher und Handelskammer-Präsidenten Canthal; als Vertreter des Landkreises den Herrn Kgl. Landrat v. Beckerath, ferner den Herrn Landtags- abgeordneten Junghenn, ferner die Spitzen der Zivilbehörden Landgerichtspräsidenten Schulte-Uffelage, Ersten Staatsanwalt Lehmann, Landgerichtsdirektor Hellbach, Kgl. Baurat Becker, Kgl. Baurat Wohlfarth, Med.-Rat Dr. Eichenberg, Spez.-Kommissar Reg.-Rat Dr. Fechner, Obersteuerinspektor Kgl. Steuerrat Schulze, ferner die Vertreter der Hanauer Lehranstalten und der höheren Lehranstalten der Provinz(erschienen waren von auswärts die Herren Geh. Reg.-Rat Dr. Heußner-Cassel, die Direktoren Walter und Dörr-Frankfurt, Direktor Prof. Hafner-Höchst, Direktor Prof. Dr. Vomberg- Dillenburg, Prof. Leiß und Prof. Dr. Koch-Wiesbaden, Prof. Mascher-Cassel, Prof. Marxhausen-Fulda und Klosterschulvorsteher P. Fidelis Schuhmacher-Salmünster); weiter Herrn Geh.-Reg.-Rat Prof. Dr. Hartwig, früheren Direktor des hiesigen Gymnasiums, und Präsidenten Geh. Justiz-Rat Koppen, der durch eine Schrift über die Geschichte der Hohen Landesschule der Schule nahesteht. Darauf hielt Gymnasialdirektor Dr. Braun folgende

Festrede.

Hochgeehrte Festgenossen! Am heutigen Tage ist es wohl angemessen, wenn ich versuche, in ganz kurzen Umrissen Ihnen die Geschichte unserer Anstalt vorzuführen. Wenn ich dabei des Gründers und der Gründung etwas eingehender gedenke, so ist das sicher begreifflich.

Graf Philipp Ludwig II. von Hanau war, als er unsere Schule 1607 begründete, etwas über 30 Jahre alt(geb. 5. Februar 1576). Schon im Alter von 4 Jahren hatte er seinen Vater verloren. Kurz darauf hatte sich seine Mutter wieder verheiratet(1581) und zwar an den Grafen Johann von Nassau, der auch Vormund des jungen Grafen wurde und in Dillenburg residierte. So kam Philipp Ludwig früh nach Dillenburg.

Es war die Zeit, wo sich Katholiken und Protestanten und unter diesen oft wieder Lutheraner und Reformierte feindlich gegenüberstanden.

In Hanau hatte sich der Ubergang vom Katholizismus zur neuen Lehre(seit 1528) in einer sehr friedlichen Weise vollzogen. Das Bekenntnis der Hanauer Protestanten war nicht eigentlich das rein lutherische, sondern mehr das der oberdeutschen Städte, das zumal in der Abendmahls- lehre nach dem Calvinischen hinneigte.,

In diesem, man könnte sagen, unionistischen Bekenntnisse hatten die Grafen von Hanau gestanden, und so war es nur ein kleiner Schritt, wenn sich Philipp Ludwig II. in Dillenburg gleich seiner Mutter dem dort herrschenden streng reformierten Bekenntnisse anschloß. Von Dillenburg aus besuchte der Graf auch die kurz vorher gegründete streng reformierte Schule zu Herborn. Er verweilte dann kurze Zeit in Hanau und trat darauf große Reisen an. Überall benutzte er die Gelegenheit zur Fortsetzung seiner Studien so in Leyden, Padua, Bologna. Er trat 20 Jahre