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unserem Feste wieder in die Hand gespielt hat. Wenige Tage nach den Herbstferien überraschte der Bibliothekar, Professor Thieme, den Direktor durch die Vorlegung der Schülermatrikel von 1748 bis 1813. Er hatte dieses für verloren gehaltene Schülerverzeichnis(vgl. den ersten Teil der Pestschrift S. 22 unten) in einem Schranke der Bibliothek unter einer Anzahl beiseite gelegter Druckschriften vergraben und vergessen vorgefunden. Wir sind nun also in der angenehmen Lage, ein ununterbrochenes und verhältnismäßig genau geführtes Verzeichnis aller Schüler des Gym- nasiums vom Ende des 30 ährigen Krieges bis auf unsere Zeit zu besitzen, das 260 Jahrgänge umfaßt, sodaß nur aus den ersten 40 Jahren, die zumeist in die Zeit des 30 lährigen Krieges fallen, das Verzeichnis fehlt.
So wie die Festschrift in bescheidenen Grenzen gehalten war, so spielte sich das ganze Fest in einer möglichst einfachen Form ab. Zu großen Festaufführungen und glänzenden YVer- anstaltungen fehlten uns Zeit und Mittel. Sie wären auch— offen gestanden— wenig nach unserem Sinn gewesen. Wir hätten sie nicht ohne Schädigung der Hauptaufgabe unserer Schule, der ununterbrochenen, steten wissenschaftlichen Förderung unserer Schüler erreichen können. Frei- lich wurden die Einladungen nunmehr an weitere Kreise gerichtet. Es wurden einmal die Herren, die früher an unserer Anstalt als Lehrer gewirkt hatten, und diejenigen ehemaligen Schüler, welche mit dem Reifezeugnis sie verlassen hatten, insgesamt eingeladen, die übrigen früheren Schüler der Anstalt, deren Aufenthaltsort uns unbekannt war, nur insoweit, als sie auf Veröffent- lichungen in den Zeitungen hin den Wunsch zur Teilnahme ausgesprochen hatten. Es konnten nunmehr auch die Einladungen an sämtliche vorgesetzten Behörden, an Kreise, die der Anstalt durch innere Beziehungen nahe standen, wie die Landesuniversität Marburg und die Schwester- anstalten der Provinz, ergehen. Mit Zustimmung des Herrn Ministers wurde die Hauptfeier auf den 27. September, die Vorfeier auf den 26., die Nachfeier auf den 28. September festgesetzt. Es reihten sich also unmittelbar an die Feier die Herbstferien an.
Daß die Feier trotz ihres im ganzen höchst einfachen Charakters einen nach dem Urteil aller Teilnehmer überaus schönen und würdigen Verlauf nahm, das verdanken wir dem freundlichen Entgegenkommen der vielen Geladenen, die durch ihr Erscheinen beredtes Zeugnis dafür ablegten, daß sie der Anstalt treue Anhänglichkeit bewahrt haben. Diese Anhänglichkeit wiederum ist ein Beweis des guten Geistes, der lange Generationen hindurch in der Anstalt geherrscht hat und von dem eine Fülle des Segens ausgegangen ist. Wir verdanken das Gelingen des Festes nicht minder dem freundlichen Entgegenkommen unserer staatlichen und städtischen Behörden, der lebendigen Teilnahme in den Kreisen unserer Mitbürger, die auch gern dem Wunsche, Straßen und Häuser festlich zu schmücken, nachkamen, und nicht zum mindesten endlich der außerordentlichen Gunst des Himmels, der uns einige Herbsttage von wunderbarer Schönheit für das Fest bescherte.
Die Vorfeier am Abend des 26. September.
Das Fest wurde eingeleitet durch einen Begrüßungsabend in dem Saale der„Konkordia.* Neben jetzigen Schülern und Lehrern des Gymnasiums war eine grobe Anzahl von Ehrengästen, von Freunden und früheren Schülern und Lehrern der Anstalt erschienen, sodaß der geräumige Saal eben ausreichte, die Erschienenen zu fassen. Die Freude des Wiedersehens alter Freunde und Studiengenossen, die sich vielleicht lange nicht wieder begegnet waren, ließ bald eine fröhliche und belebte Stimmung aufkommen, die noch durch konzertliche Darbietungen und ge- meinsam gesungene Lieder erhöht wurde. Im Laufe des Abends begrüßte der Direktor die er- schienenen Gäste und hieß sie namens der gegenwärtigen Zugehörigen der Anstalt herzlich will-


