Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dem Königl. G. zu Weilburg zur Abhaltung seines Probejahres überwiesen und dann nach einem kürzeren Aufenthalte in Homburg Januar 1872 an der R. I. O. zu Cassel angestellt. Ostern 1875 wurde er ord. Lehrer, Okt. 1802 Oberlehrer.

30. Hösink, Jochann Karxl, geb. d. 22. Jan. 1838 zu Cassel, besuchte das Gymnasium zu Fulda und nach bestandener Reifeprüfung die philosophisch-theologische Lehranstalt daselbst. Zuerst Vikar zu- Neuenberg bei Fulda, dann Kaplan an der Stadtpfarrei zu Fulda, wurde er im April 1865 Anstaltsgeist- licher an den Königlichen Strafanstalten zu Cassel, übernahm im März 1872 den Religionsunterricht für die älteren katholischen Schüler der R. I. O. und starb am 3. December 1872.

3. Ide, Heinrich Wilhelm, geb. am 2. April 1848 zu Sielen(Kreis Hofgeismar), besuchte von 1860 ab das G. zu Fulda, bestand O. 1867 die Maturitätsprüfung, worauf er in München und Marburg Geschichte und neuere Sprachen studierte. Im H. 1860 begab er sich nach Paris, kehrte bei Ausbruch des Kriegs zurück und trat als Einj.-Freiw. bei dem Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. II ein. Im Sept. 1871 von der Occupationsarmee entlassen, ging er nach Marburg, um daselbst seine Studien fortzusetzen, und wurde am 27. Mai 1872 mit Versehung einer Hilfslehrerstelle an der R. I. O. unter der Bedingung be- auftragt, dass er die bereits begonnene Prüfung im Laufe eines Jahres vollende. Ein durch die Strapazen des Feldzuges herbeigeführtes rheumatisches Leiden, das später noch öfter mit grosser Heftigkeit wieder- kehrte, nötigte ihn die Vollendung der Prüfung noch ein weiteres Jahr hinauszuschieben. Er bestand die- selbe am 19. Juni 1874 und wurde am 10. Juli 1875 ord. Lehrer. Er starb am 18. Nov. 1888. Er war Inhaber der Kriegsdenkmünze von 1870/71 am Combattantenbande.

32. Dr. Siebert, Hermann, geb. d. 6. Jan. 1838 zu Oheiren⸗bach, besuchte das G. zu Marburg 1851 1856, die dortige Universität 1856 1860, bestand das theologische Fakultäts-Examen und erwarb am 21. Juni 1861 die philosophische Doktorwürde. Nachdem er sich als Hauslehrer in Kur- land aufgehalten, bestand er 1867 das examen pro ministerio. In demselben Jahre ward er als Repetent des Semin. theol. Philippinum zu Marburg angestellt und war 1868 zugleich als Praktikant am dortigen G. beschäftigt; das examen pro facult. doc. bestand er im Mai 1869; vier Jahre war er als ord. Lehrer am G. zu Elberfeld thätig und ward im H. 1872 in gleicher Eigenschaft an der hies. R. I. O. angestellt. Im Novbr. 1874 wurde er Oberlehrer, O. 1893 Professor mit dem Rang der Räte IV. Kl.

Ausser seiner Doktordissertation(Roger Bacon, sein Leben und seine Philosophie) hat er veröffentlicht: I. eine Abhandlung über Walther von der Vogelweide in dem Jahresbericht der Schule von 1882; 2. eine Rede zur Gedächtnis- feier des Kaisers Friedrich in dem Jahresbericht von 1890; 3. Erinnerungen aus dem Leben des zu Rinteln 1846 ver- storbenen Gymnasialdirektors Dr. K. Brauns in der Zeitschrift Hessenland, 1893. Nr. 5 u. 6.

33. Dr. Kramm, Valentin, geb. am 27. August 1844 zu Fulda, besuchte von O. 1855 an 9 Jahre lang das G. seiner Vaterstadt. O. 1864 bestand er das Maturitätsexamen und studierte dann 3 ½ Jahre auf der Universität Marburg Mathematik, Physik und beschreibende Naturwissenschaften. Im Juli 1867 bestand er daselbst das examen pro facultate docendi und erhielt auf Grund einer gedruckten Abhandlung:»UÜber den Einfluss der Torsion auf die absolute Festigkeit der Metalldrähte« die philosoph. Doktorwürde. Vom Aug. 1867 an war er 5 Jahre lang als Lehrer der Mathematik und Naturwissenschaften an der H. B. zu Marburg thätig, und zwar die letzten 3 ½ Jahre als ord. Lehrer. In gleicher Eigenschaft ging er H. 1872 zur R. I. O. in Cassel über. Am 4. Aug. 1879 wurde er zum Oberlehrer befördert. Am 27. März 1893 wurde ihm der Charakter als Professor und am 1. Mai 1893 der Rang der Räte IV. Kl. verliehen.

Ausser seiner Dissertation erschienen von ihm die Programmabhandlungen: Uber die Brechung des Lichtes in einem System von Flächen zweiter Ordnung, Marburg 1869. Uber die Bewegung eines ebenen unveränderlichen Systems in seiner Ebene, Cassel 1873.

34. Dr. Daniel, Karl Heinrich Wilhelm, geb. d. 22. Sept. 1844 in Schlotheim, absolvierte die R. zu Sondershausen und das fürstl. Landesseminar daselbst. O. 1864 erlangte er das Zeugnis der Reife,