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licher Lehrer ein. Kaplan Wiegand wurde versetzt, und an seine Stelle trat Kaplan Jestädt. Dr. Mänz starb nach längerem Leiden. Herr Kunze trat Ostern als unbesoldeter Hilfslehrer ein, Dr. Dreyling nach Ablauf seines Probejahrs im Herbst. Dr. Seelig hatte Ostern nach Ablauf seiner Probezeit die Anstalt verlassen. Als Probekandidaten waren Ostern Dr. Abbehusen, im Herbst die Herren Lichtenstein und Schenk, letzterer früherer Schüler von uns, der Anstalt überwiesen. Herr Völler erhielt im Laufe des Jahrs eine Oberlehrer- stelle. Im Sommer war er Studien halber beurlaubt, im Winter zu gleichem Zweck Herr Heydenreich, Herr Krüger 2 Monate lang zum Zweck seiner Ausbildung als Turnlehrer. In diesem Jahre wurde zum erstenmal ein Privatkursus zur Anfertigung von Papparbeiten, zuerst unter Leitung des Herrn Heyden- reich, dann des Herrn Dr. Peters abgehalten. Beide Herren haben auch weiter sich dieser Thätigkeit mit Eifer unterzogen. Leider konnten die Mittel zur Einrichtung einer Schreinerei nicht aufgebracht und die ausgedehntere, wenn auch wahlfreie Betreibung des Handfertigkeitsunterrichts nicht herbeigeführt werden. Im Herbst bestanden drei, Ostern sechs Schüler die Reifeprüfung.
Auf das Schuljahr 1891/02 übte die Konferenz vom December 18900 zuerst ihre Wirkungen, die ihr Ende noch nicht erreicht zu haben scheinen. Es trat ja vielfach die Ansicht zutage, als seien die Realgymnasien dem Untergange geweiht. Obwohl im März 1891 vom Ministerium ausgesprochen war, es liege für Eltern, welche zu Ostern ihre Kinder Realgymnasien übergeben wollten oder deren Söhne bereits solche Anstalten besuchten, ein Grund zur Beunruhigung nicht vor, und obwohl Dirigenten und Curatorien dieser Anstalten der von den Provinzialschulkollegien an sie ergangenen Aufforderung nachgekommen waren auf geeignete Aufklärung des Publikums behufs der Beruhigung desselben Bedacht zu nehmen, zeigte doch der Schülerbestand zu Ostern schon überall einen Rückgang, der sich hier auf 37 belief. Die Direktoren und Lehrerkollegien der Realgymnasien konnten dadurch allerdings in ihrer UÜberzeugung von dem Wert und der Notwendigkeit dieser Anstalten nicht irre gemacht werden und boten alles auf, durch Erhaltung und, soweit ihnen dies möglich, durch Steigerung der inneren Tüchtigkeit dieser Schulen den Beweis für ihre Daseinsberechtigung auch ferner zu liefern.
Im Laufe des Winterhalbjahrs fanden eingehende Beratungen über die auf Grund der December- konferenz von 18900 einzurichtenden neuen Lehrpläne statt, für die dann am 6. Januar 1802 die festen Grundlagen durch Ministerialerlass gegeben wurden, während zugleich eine neue Ordnung der Reife- prüfungen und die der Abschlussprüfungen zur Einführung von Ostern 1892 an veröffentlicht wurde. Im Zusammenhang damit trat die Anderung im Berechtigungswesen ein, dass die nach Abschluss der Unter- sekunda bestandene Prüfung als Beweis zurcichender Schulbildung für alle Zweige des Subalterndienstes gelten sollte, für welche bisher der Nachweis eines siebenjährigen Schulkursus erforderlich war.
Im eigentlichen Lehrerkollegium trat nur die Veränderung ein, dass Dr. Stehlich zum Oberlehrer ernannt wurde. Zur Zahl der unbesoldeten Hilfslehrer trat Herr Dithmar hinzu, der jedoch zunächst Ge- legenheit hatte ein halbes Jahr lang gegen Vergütung den zur Turnlehrerbildungsanstalt beurlaubten Herrn Siebert zu vertreten. An die Stelle der im Herbst ausscheidenden Seminarkandidaten Dr. Abbehusen, Lichtenstein und Schenk, der ersten an unserer Anstalt, welche nach der neuen Unterrichts- und Prüfungs- ordnung ein zweites Vorbereitungsjahr nõtig hatten, traten die Herren Lesser, wieder ein ehemaliger Schüler der Anstalt, Levy und Ritter. Die Reifeprüfung bestand im Herbst ein Schüler, Ostern waren es deren dreizehn.
Das Schuljahr 1892/93 war das erste, in welchem die neuen Lehrpläne, die Anderungen bezüglich der Reifeprüfung und die neu eingeführte Abschlussprüfung in Geltung kamen. In den Berechtigungen zu der Schule war keine Verminderung eingetreten. Aber sie musste dieselben jetzt fast alle mit der neun- klassigen lateinlosen Realschule, der Oberrealschule, teilen. Das Latein hauptsächlich hat eine Stunden- herabsetzung erfahren, und es war damit die Hoffnung, dass die Abiturienten der Realgymnasien die volle Gleichberechtigung mit denen der humanistischen Anstalten erreichen würden, wiederum stark zurück-


