— 11—
Anstalt überwiesen. An die Stelle von Kaplan Hoffmann trat als katholischer Religionslehrer Kaplan Wiegand. Die Reifeprüfung bestanden zu Ostern zehn Schüler.
Im Schuljahr 1887/88 war die dritte Parallelklasse eine Untertertia, sonst blieb der Klassenbestand derselbe. Auch im Curatorium änderte sich nichts; das Compatronat des Staats, dessen Vertreter im Jahre zuvor versetzt war, fand keine neue Vertretung. Dem Oberlehrer Grebe wurde der Professortitel zuteil. Im ordentlichen Bestand des Lehrerkollegiums blieb es wie im Vorjahre; als unbesoldete Hilfslehrer traten nach und nach die Herren Watermeyer, Dr. Mänz, Dr. Becker und Dr. Völker ein; von diesen waren Dr. Mänz und Dr. Völker ehemalige Schüler der Anstalt; als Probekandidaten wurden die Herren Gustav Meyer und Bethge der Anstalt zugewiesen.
Für die äussere Stellung der Casseler Lehrer brachte das Jahr eine sehr wertvolle Veränderung, indem ein gemeinsamer Besoldungsetat für die höheren Schulen der Stadt Cassel geschaffen wurde, iuner- halb dessen das, was der Normaletat für die Gesamtheit als Einkommen bestimmte, möglichst nach dem Dienstalter in Abstufungen von 150 zu 150 Mark zur Verteilung als Jahresgehalt kam.
Die Reifeprüfung bestanden zu Ostern acht Schüler.
Im Jahre 1888/80 waren wieder 16 Klassen vorhanden, darunter die Obertertia dreifach. In diesem Jahre wurde ein gleiches Schulgeld für alle Klassen im Betrag von 100 Mark für einheimische Schüler eingeführt, während die auswärtigen 132 Mark zu zahlen haben. Den Lehrern wurde von jetzt ab der volle Wohnungsgeldzuschuss gezahlt; dagegen hatten dieselben auf das Recht der Schulgeldfreiheit für ihre Söhne verzichten müssen. Im Curatorium trat an die Stelle des wegen Krankheit ausscheidenden Kaufmanns Rittershaussen der Banquier Aug. Ludw. Pfeiffer. Das Lehrerkollegium verlor in diesem Jahre Herrn Ide durch einen plötzlichen Tod, nachdem derselbe 16 Jahre der Schule als tüchtiger Lehrer angehört hatte. Am Schluss des vorigen Schuljahres war der Probekandidat Gustav Meyer von der An- stalt geschieden sowie der unbesoldete Hilfslehrer Dr. Erxleben; in diesem Jahre gingen Dr. Becker, Dr. Völker und Herr Watermeyer zu anderen Anstalten ab. Ostern trat Herr Heuser, im Herbst Herr Dithmar als Probekandidat ein, während Herr Bethge die Erlaubnis erhielt als unbesoldeter Hilfslehrer an der Schule zu bleiben. Eine neue Oberlehrerstelle erhielt Dr. Ulrici. Am Ende des Schuljahres trat Herr Boppenhausen, Dirigent des städtischen Schulturnens, der bis dahin in 2 Klassen den Turnunterricht erteilt hatte, in den Ruhestand; Herr Heuser ging nach Ablauf des Probejahres an die Realschule über. Die Reifeprüfung bestand im Herbst ein Prüfling, Ostern sechzehn Schüler.
Das Schuljahr 1889/00 brachte 17 Klassen, indem neben drei Untersekunden zwei Obersekunden nötig wurden. Im Curatorium wurde als Stadtratsmitglied Herr Tegethof durch Herrn Wentzell ersetzt. Das Lehrerkollegium erlitt wieder einen schweren Verlust durch den Tod des Oberlehrers Dr. Grebel. Als ordentlicher Lehrer trat Ostern Dr. Meyer, früher Schüler der Anstalt, später Probekandidat an derselben, nach einer Anstellung am Gymnasium zu Lüneburg ein; als unbesoldeter Hilfslehrer trat zur selben Zeit Herr Angersbach in Thätigkeit, als Probekandidat Dr. Seelig, im Herbst Herr Boekholt als Hilfslehrer, Dr. Dreyling als Probekandidat; Herr Dithmar verliess im Herbst, Herr Bethge Ostern die Anstalt. Im Winterhalbjahr war Dr. Meyer Studien halber zu einem Aufenthalt in Paris beurlaubt, während Herr Heydenreich im Sommer vier Wochen zu seiner Ausbildung für den Handfertigkeitsunterricht sich hatte freigeben lassen. Dr. Hornstein erhielt am Schluss des Schuljahrs den Professortitel. Die Reifeprüfung be- standen Ostern neun Schüler..
Mit dem Jahre 1800 hatte die Hochflut aus 1883 ihr Ende erreicht; die dritte Parallelklasse ver- schwand, es blieben von da an 16 Klassen, indem nur Unter- und Oberprima einfach waren. Im Cura- torium trat insofern eine Veränderung ein, als nach Verzicht der Stadt auf den jäahrlichen Staatszuschuss von 2700 Mark die seit einigen Jahren unbesetzte Stelle des Compatronatsvertreters einging. Im Lehrer- kollegium trat Ostern ein früherer Schüler, Dr. Krüger, als besoldeter Hilfslehrer, im Herbst als ordent-


