Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
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gedrängt worden. Der Schülerbestand wies daher wieder einen Rückgang von 19 Schülern am Anfang des Schuljahres gegen das Vorjahr bei uns auf.

Für den Lehrerstand als solchen war das Jahr höchst bedeutungsvoll. Durch Allerhöchsten Erlass vom 28. Juli wurde bestimmt, dass die wissenschaftlichen Lehrer der höheren Schulen die Amtsbezeichnung Oberlehrer führen und der fünften Rangklasse angehören, einem Dritteil der Gesamtheit der Charakter Professor und der Hälfte von diesen der Rang der Räte vierter Klasse verliehen werden könne; und im September wurde zunächst die Amtsbezeichnung Oberlehrer allen ordentlichen Lehrern der be- treffenden Schulen beigelegt. Sodann war zu Ostern an den staatlichen Anstalten der Dienstaltersetat statt des Stellenetats zur Einführung gekommen, wodurch dem Zufall die Macht entzogen wurde, die er bisher in der Besoldung der Lehrer hatte üben können. Zugleich war eine Erhöhung der Anfangsgehälter eingetreten und für eine nach der Hälfte der Lehrer der Vollanstalten und einem Viertel von denen der unvollständigen Anstalten zu bezeichnende Zahl eine feste Zulage von 000 Mark zur Einführung gebracht. Dann stellte das Gesetz vom 25. Juli 1892 den Patronen der nichtstaatlichen höheren Schulen die Wahl entweder in gleicher Weise die Besoldung nach dem Dienstalter einzuführen oder mit einem Durchschnitts- satz von 3750 Mark den Stellenetat beizubehalten. Die Stadt Cassel entschied sich für das erstere, wie es seitdem fast alle Städte mit geringen Ausnahmen gethan haben, und beschloss die festen Zulagen nach der Hälfte der an den drei höheren Schulen städtischen Patronats unterrichtenden Oberlehrer zu be- rechnen; von Ostern 1803 ab sollten die neuen Gehalte gezahlt werden.

Im Curatorium trat in diesem Jahre an Stelle des in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeisters Geheimrat Weise der neue Oberbürgermeister Westerburg, an Stelle des leider zu früh verstorbenen Ban- quiers Aug. Ludwig Pfeiffer Kaufmann Rudolf Scholl.

Im Lehrerkollegium wurde Kaplan Jestädt durch Kaplan Lins ersetzt; als unbesoldeter Hilfslehrer trat Herr Grebe II ein; die Seminarkandidaten Lesser, Dr. Levy und Dr. Ritter wurden im Herbst durch die Herren Schmidt(früheren Schüler der Anstalt) und Veith abgelöst. Die Reifeprüfung bestanden 22 Schüler, die Abschlussprüfung 43.

Das letzte Schuljahr unseres 25jährigen Bestehens hatte wieder 16 Klassen, aber nur noch mit 400 Schülern. Es gingen die eigenen Einnahmen der Anstalt dementsprechend weiter zurück, während die neuen Gehalte bei der grossen Anzahl von älteren Lehrern einen stärkeren Zuschuss der Stadt nötig machten, der um so grösser erschien, da nach Aufhören des gemeinschaftlichen Besoldungsetats jetzt für das Realgymnasium die Lehrergehalte wieder besonders gerechnet werden mussten. Während man einst bei den Vorberatungen für die zu gründende Anstalt zuerst dem trügerischen Gedanken sich hingegeben hatte, eine derartige Schule könne sich selbst erhalten, belief sich der städtische Zuschuss in diesem Jahre auf mehr als 70000 Mark.

Infolge des höheren Alters der Lehrer stieg die Zahl der Professoren nach 6 Neuernennungen auf 9, von denen 8 den Rang der Räte IV. Klasse erhielten. Einen schweren Verlust erlitt das Kollegium durch den am I1. Dezember erfolgten Tod des Herrn Lange, welchem kurz vorher der Titel Oberlehrer verlichen war; er war ein treuer, gewissenhafter Mann, der vom Anfang an zu den Lehrern der Anstalt gehört hatte. An seine Stelle ist Herr Dithmar, der mit Beginn des Jahres 1803 eine Hauslehrerstelle angenommen hatte, für Ostern 1804 zum wissenschaftlichen Hilfslehrer gewählt worden. Herr Nau, der viele Jahre den jüngeren katholischen Schülern Religionsunterricht erteilt hatte, legte Ende Mai sein Nebenamt aus Gesundheitsrücksichten nieder. Die Seminarkandidaten wurden im Herbst durch die Herren Abt, Menges (früherer Schüler der Anstalt) und v. Hanxleden ersetzt. Die Reifeprüfung bestanden im Herbst vier Prüflinge, Ostern dreizehn Schüler, die Abschlussprüfung zu Ostern siebenunddreissig Schüler.

Blicken wir noch einmal über die verflossenen 25 Jahre hin, so müssen wir sagen, dass bis zum Jahre 18900/01 eine, nur kurze Zeit einmal unterbrochene, aufsteigende äussere Entwickelung der Schule