Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
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nehmen müssen; Dr. Danker trat an die Stelle des Herrn Dr. Mohrmann. Im Herbst 1880 bestanden zehn Schüler die Reifeprüfung, Ostern 1881 waren es drei. Das Jahr 1881/82 gab der Anstalt zwei neue Vorschulklassen, so dass es dann im ganzen 6 waren, woneben die 15 Realschulklassen standen. Aus dem Curatorium schied in diesem Jahre Stadtrat Hentze; dagegen traten als neue Mitglieder Kaufmann Ritters- haussen und Maurermeister Zahn ein. Das Lehrerkollegium erhielt einen Zuwachs durch den Probe- kandidaten Hellmuth und die Elementarlehrer Schade und Schunck. Herr Schwarz wurde im December durch den Tod von seinem traurigen Leiden erlöst. Im Januar 1882 erhielt zum ersten Male ein Lehrer der Anstalt, Prorektor Heuser, den Professortitel. Die Reifeprüfung bestanden im Herbst 1881 vier, Ostern 1882 elf Abiturienten.

Besonders durch das Wachsen der Vorschule war der Schulkörper ein durchaus unförmlicher geworden, dessen Leitung um so weniger einer Hand länger zugemutet werden konnte, als ein Teil der Klassen in einem anderen Gebäude untergebracht war. Da der gleiche ÜUbelstand sich auch bei der Realschule II. O. herausgestellt hatte, so beschlossen die städtischen Behörden die beiden Vorschulen zu einer selbständigen Schule unter besonderer Leitung zu vereinigen. So wurde mit dem Schlusse des Schuljahres die aus 6 Klassen mit beinahe 300 Schülern bestehende Vorschule der Realschule I. O. ebenso wie die der anderen Realschule ganz von der Hauptanstalt getrennt und die vereinigte Vorschule im Kunsthause unter die Leitung eines eigenen Rektors gestellt. Damit schieden die Herren Gottschalk, Allwohl, Schade und Schunck aus dem Verbande des Lehrerkollegiums des Realgymnasiums aus. Bis zum Herbst blieben allerdings noch 2 Klassen im bisherigen Gebäude.

Das Jahr 1882/83 war für Lehrer und Schüler ein tiefschmerzliches. Am 19. Juni starb nach kurzem Leiden infolge eines Karbunkels Direktor Dr. Preime, nachdem er elf Jahre lang die immer wachsende Anstalt durch viele Schwierigkeiten hindurchgeführt hatte. Da Prorektor Heuser nach längerem schweren Leiden noch zu seiner Genesung in Bad Ems verweilte, übernahm Oberlehrer Grebe bis zum Schluss der Sommerferien die Vertretung des Direktors; dann führte Prorektor Heuser die Geschäfte bis in das nächste Schuljahr hinein.

Für die Schule an sich war das Jahr wie für alle gleichartigen preussischen Anstalten sehr bedeu- tungsvoll. Die Realschulen erhielten eine neue Unterrichtsordnung in den Lehrplänen vom 31. März 1882, und es wurde der R. I. O. die Bezeichnung Realgymnasium gegeben. Man hofſte jetzt, dass die Zulassung zu Universitätsstudien bald sich nicht mehr auf Mathematik und Naturwissenschaften beschränken, sondern wo möglich unbeschränkt werden würde, jedenfalls die Medicin, die ja nur angewandte Naturwissenschaft ist, baldigst freigegeben werden müsse.

Der Klassenbestand erlitt insofern eine Anderung, als die Obertertien vereinigt werden mussten, wogegen die Obersekunda getrennt wurde.

Ins Lehrerkollegium trat für kurze Zeit Herr Franz als Hilfslehrer zur Aushilfe ein; als Probe- kandidaten wurden der Anstalt die Herren Dr. Geis und Dr. Dettenborn zugewiesen. Letzterer, der zu- gleich schon längere Zeit Lehrer an der hiesigen höheren Mädchenschule war, konnte nur kurze Zeit den Versuch zu dieser Thätigkeit machen, dann verfiel er einer unheilbaren Geisteskrankheit, der er schliesslich erlag. Die Reifeprüfung bestanden im Herbst drei, zu Ostern sieben Schüler.

Das neue Schuljahr brachte so zahlreiche Meldungen für die Sexten, dass deren drei errichtet werden mussten; die Obertertien wurden wieder getrennt, dagegen die Obersekunden vereinigt, so dass die Schule jetzt 16 Klassen hatte. Da Dr. Wittich im April als Direktor bestätigt war, wurden noch mehrere Veränderungen im Lehrerkollegium nõtig. Dr. Ulrici trat als ordentlicher Lehrer, Dr. Hildebrand als Hilfslehrer ein. Die drei Probekandidaten Davin, Siebert und Lautz wurden zu stärkerer Thätigkeit herangezogen; ersterer nahm schon nach einem Vierteljahr eine Rektorstelle an einer Stadtschule an; ausserdem schied Dr. Geis. Dr. Schantz wurde zum Oberlehrer für die 10. Stelle ernannt, während die neunte, die erst durch Aufrücken frei werden musste, für Herrn Zwirnmann bestimmt war.