Aufsatz 
Rückschau auf die fünfundzwanzigjährige Geschichte des Casseler Realgymnasiums / vom Direktor Wilhelm Wittich
Entstehung
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Zeichenunterrichts trat Herr Karbiner ein, als wissenschaftlicher Hilfslehrer Dr. Volckmar; dazu kamen als Probekandidaten die Herren Simon und Dörr.

Wäahrend dieses Schuljahres nahm Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preussen als Hospitant an einer grösseren Anzahl von Stunden der Obersekunda teil, um dann im Januar sich einer regelrechten schriftlichen und mündlichen Prüfung vor den Lehrern der Obersekunda zu unterziehen, wie es zum Eintritt in die Marineschule zu Kiel erforderlich war. In den beiden vorhergehenden Jahren hatte Seine Königliche Hoheit nur Privatunterricht, bei Lehrern des Gymnasiums wie der Realschule I. O., teilweise auch in den Räumen der Schule, gehabt.

Die Reifeprüfung bestanden Ostern 1877 zwei, im Herbst elf Schüler.

Im Schuljahr 1877/78 trat an die Stelle der Dreiteilung der Untertertia die Scheidung von Unter- und Oberprima. Im Lehrerkollegium erhielt Dr. Ortmann die bisher von Oberlehrer Dr. Vilmar versehene Stelle; an die Stelle von Dr. Volckmar trat Herr Simon als wissenschaftlicher Hilfslehrer, Herr Dörr verliess die Schule nach Ablauf seines Probejahres; als Probekandidat wurde Ostern 1878 der Anstalt Herr Völler zugewiesen. Im März nahm Herr Geheime Ober-Regierungsrat Dr. Stauder aus Berlin eine dreitägige Revision der Anstalt vor. Die Reifeprüfung bestanden zu Ostern fünf, im Herbst vier Abiturienten.

Das nächste Schuljahr änderte nichts im Klassenbestand. Das Lehrerkollegium erhielt in den Herren Dr. Hölting, Dr. Kramm und Stange drei neue Oberlehrer, womit zugleich eine Herbeiführung normaler Gehaltsverhältnisse angebahnt wurde, die schon lange den Gegenstand der Verhandlungen zwischen der Staatsbehörde und den städtischen Behörden gebildet hatte. Herr Völler wurde als wissenschaftlicher Hilfslehrer beauftragt; Herr Merkelbach trat als Probekandidat ein, während der gleichfalls der Real- schule I. O. zugewiesene Probekandidat Holzapfel nach einigen Tagen die Anstalt wieder verliess, um eine besoldete Lehrerstelle in Görlitz zu übernehmen.

Im December wohnte der Provinzialschulrat Dr. Rumpel an sechs Tagen dem Unterricht in ver- schiedenen Klassen bei; am Schluss des Schuljahrs bestanden zwölf Abiturienten die Reifeprüfung.

Das Schuljahr 1879/80 erstreckte sich nur auf das Winterhalbjahr; der Herr Minister hatte die Verlegung des Jahreskursus auf Ostern für wünschenswert erklärt, und mit Rücksicht darauf, dass die anderen höheren Schulen der Stadt und die meisten der Provinz Ostern ihr Schuljahr begannen, stimmte man der Anregung zu. Das Jahrespensum wurde auf ein halbes Jjahr zusammengedrängt, so dass die besseren Schüler in dieser Zeit ihre Klasse durchmachen konnten, während die Minderbegabten in 1 ½ Jahren das Klassenziel erreichen konnten. Das Versetzungsergebnis stellte sich nicht ungünstig. Da die Zahl der Untersekundaner stark gewachsen war, musste diese Klasse geteilt werden. Hierdurch wurde die Verlegung einer Vorschulklasse in das Kunsthaus notwendig gemacht.

Im Lehrerkollegium trat zunächst die Veränderung ein, dass Reallehrer Zwirnmann zum Zweck einer Studienreise nach Rom beurlaubt wurde. Sein Vertreter war Dr. Hunrath. Als neuer Lehrer trat gegen Ende Januar 1880 Dr. Stehlich ein; als neuer Probekandidat wurde Herr Mohrmann der Anstalt zu- gewiesen. Die Reifeprüfung bestanden zu Ostern vier Abiturienten.

Das folgende Schuljahr brachte eine Erweiterung der Vorschule auf 4 Klassen, indem die unterste Abteilung geteilt werden musste. Im Curatorium der Anstalt trat eine Veränderung ein, indem an die Stelle des in den Ruhestand tretenden Regierungsrats Scheffer als Vertreter des Compatronats Regierungsrat v. Stark trat. Auch starb im Laufe des Jahres das langjäÄhrige Mitglied Stadtrat Ritz. Im Lehrerkollegium rückte Herr Völler in die Zahl der ordentlichen Lehrer ein, als wissenschaftliche Hilfslehrer wurden die Herren Dr. Danker und Heydenreich angestellt, Dr. Wetzell der Schule als Probekandidat zugewiesen, während die Herren Hunrath, Merkelbach und Mohrmann nach Ablauf oder noch während ihres Probe- jahres die Anstalt verliessen; als neuer Elementarlehrer trat Herr Allwohl ein. Herr Heydenreich hatte sehr bald nach Beginn seines Probejahrs als Hilfslehrer die Stunden des erkrankten Herrn Schwarz über-