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zu widerstehen vermochte. Die polytechnische Gesellschaft hatte ihm den Antrag gestellt die Leitung der Handels-, Gewerbe- und Wöhlerschule zu übernehmen und diese in eine Realschule I. O. umzugestalten. Man bot ihm 400 Thlr. mehr Gehalt, dazu freie Wohnung, also beinahe die Hälfte mehr an Einkommen, als er hier bezog, und daneben die Annehmlichkeit in der Schule wohnen zu können, auf die er so grosses Gewicht legte, dass er sich hier einen Junggesellenhaushalt in der Schule eingerichtet hatte. Lehrer- kollegium und Schüler sahen ihn trauernd scheiden; aber der Geist frischen Lebens, den er seiner ganzen Umgebung einzuhauchen gewusst hatte, blieb, und es blieb die Dankbarkeit bei allen, die dies an sich erfahren hatten.
Die Leitung der Schule hatte seit Ostern 1871 Oberlehrer Preime, der dann unter 16 Bewerbern zum Direktor gewählt wurde. Er führte die Schule in das neue Gebäude in der Schomburgstrasse hinüber, das von da an eine würdige Stätte der höheren Bildungsanstalt gewesen ist, für die unsere Bürgerschaft so manches anerkennenswerte Opfer gebracht hat.
Die erste gemeinsame Schulfeierlichkeit war die Pflanzung einer Kaiserlinde auf dem Schulhofe am 2. September 1871. Hier kam die Begeisterung noch einmal zu ruhigem Ausklang, die im Jahre vorher in so lodernden Flammen nach jedem neuen Siege aufgeschlagen war. Es war die erste Sedan- feier, die am Nachmittag in einem Auszug nach dem Kirchditmolder Wald ihre Fortsetzung fand, wie es alljährlich von da an Gebrauch geblieben ist.
Die öffentliche Prüfung konnte dann in dem inzwischen fertig gewordenen Schulsaal am 21. und 22. September stattfinden.
Am Schluss des Schuljahres verliess Reallehrer Karl Vogt die Schule, um als Rektor die Leitung der staatlichen Bürgerschule in Biedenkopf zu übernehmen: ebenfalls ein schwerer, von Lehrern und Schülern tief beklagter Verlust für die Anstalt.
Im Laufe des Sommers war der Probekandidat Schwarz nach glücklicher Rückkehr aus dem Feldzug wieder in Dienst getreten.
Das dritte Schuljahr hatte zwei neue Klassen der Hauptanstalt, nämlich Obertertia und Ober- sekunda aufzuweisen. Hiermit waren verschiedene Veränderungen im Lehrerkollegium verbunden. Für Vogt trat im Herbst Reallehrer Heuser von der hiesigen höheren Bürgerschule ein, ferner wurde Real- lehrer Stange von der hiesigen höheren Mädchenschule zur Realschule I. O. versetzt. Für die beiden Vorschulklassen waren Elementarlehrer Jürgens in Hersfeld und Spangenberg an der hiesigen Freischule gewählt. Im Laufe des Winters wurde Reallehrer Zaubitz, welcher ausschied, durch Kandidat Krauth ersetzt und ebenso Kandidat Lohmann, der im Herbst eingetreten war, im Mai durch Kandidat Ide. Kandidat Schwarz war mit einer grösseren Zahl von Unterrichtsstunden beauftragt. Dazu waren inzwischen als katholische Religionslehrer Kaplan Hösink und Lehrer Schad, als israelitischer Dr. Stein und als weitere Turnlehrer neben Dr. Hornstein, auf dem die ganze Last dieses Unterrichts zuerst allein geruht hatte, ausser Herrn Jürgens der Dirigent des städtischen Schulturnens Boppenhausen gekommen.
Am 4. Mai fand die feierliche Einführung des bisherigen Verwesers der Direktorstelle Oberlehrers Preime in sein Direktoramt durch den Königlichen Provinzialschulrat Dr. Rumpel in Gegenwart des Cura- toriums statt, aus welchem schon im Herbst 1869 bei der Neuwahl der städtischen Behörden Pfarrer Sallmann ausgeschieden war, wogegen Kaufmann Hentze als Stadtratsvertreter Aufnahme gefunden hatte, während als Vertreter des Bürgerausschusses Rechtsanwalt Hupfeld gewählt worden war.
Im Jahre 1872/73 kamen zwei neue Klassen zu den bisherigen, eine zweite Obertertia und eine Unterprima. Dies machte die Anstellung von drei neuen Lehrern notwendig, Dr. Siebert, Dr. Kramm und Dr. Daniel. Zum ersten Male trat in diesem Jahre der Tod dem Schulkollegium nahe, indem Kaplan Hösink starb. An seine Stelle trat zunächst Divisionspfarrer Flücken und dann Kaplan Hofmann.


