Auf der Basis verhält sich monokliner und rhombischer Krystall gleich, indem bei beiden die Schwingungsrichtungen für alle Farben den Diagonalen parallel sind.(Figur 16 u. 18). Das Verhalten der Basis kann also nicht zur Unterscheidung der beiden Systeme dienen, auch nicht dasjenige des Orthopinakoids, auf dessen Flächen die Auslöschungsrichtungen den Kanten parallel sind. Anders ist es beim Klinopinakoid, auf welchem die Auslöschungsrichtungen a) beim rhombischen System parallel den Kanten sind, b) beim monoklinen keine gesetzmässige Lage haben und für rotes und violettes Licht verschieden sind, ähnlich, wie es auf den Prismenflächen der Fall ist. (Figur 17 u. 18).
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Im triklinen System ist eine theoretische Bezichung der Auslöschung zur natürlichen Be- grenzung der Krystalle überhaupt nicht mehr vorhanden. Die Auslöschungsrichtungen liegen auf allen Flächen schief zu den Kanten und sind verschieden für die verschiedenen Farben. Irgend welche Symmetrie ist nicht zu erkennen.
Die zweiaxigen Krystalle im convergenten Licht.
Platten, welche senkrecht zu einer Axe geschnitten sind, ergeben — ähnliche Interferenzbilder wie die einaxigen Krystalle, nur mit dem Unter- .ꝗ schiede, dass hier nicht chromatische Kreise, sondern chromatische ellip-
—— senähnliche Figuren entstehen und dass hier das schwarze Kreuz sich auf 7
einen schwarzen Balken reduziert. Sehr charakteristisch wird die Inter- ferenzfigur der zweiaxigen Krystalle, wenn die Platte senkrecht zur Mittellinie geschnitten ist. Dann entstehen bei homogenem Licht helle und dunkle Lemniskaten, die von einem schwarzen Kreuz durch- zogen sind.(Figur 19). Die Mittelpunkte der Lemniskaten entsprechen den optischen Axen, der Mittelpunkt des schwerzen Kreuzes der
optischen Mittellinie. Bei einer Drehung des Plättchens bleiben die Lemniskaten ungeändert, während sich das schwarze Kreuz öffnet und bei der 45° Stellung die beiden Balken in zwei Hyperbeläste
sich verwandeln, zu welchen die Schwingungsrichtungen des Instru- mentes die Asymptoten bilden(Figur 20). Auch hier sind die 20 Lemniskaten um so enger:
a) je dicker das Plättchen,
b) je stärker die Doppelbrechuug ist.
Ist die Entfernung der Mittelpunkte der Lemniskaten für rotes Licht grösser als für violettes, so entspricht das dem Faſl 7 v, ist es umgekehrt, so hat man« v v. Im weissen Licht sind die Lemniskaten farbig. Die Farbenverteilung ist charakteristisch; denn sie entspricht


