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Die Orthodiagonale ist somit stets eine optische Elasticitätsaxe und die Symmetrie-Ebene ein optischer Hauptschnitt, in welchem für die zwei darin liegenden Elasticitätsaxen Dispersion stattfindet; und zwar ist dieselbe nach Lage der optischen Axen und der optischen Mittellinie eine dreifache:
a) Die geneigte Dispersion.
Die optischen Axen, ebenso die erste und zweite Mittellinie liegen in der Symmetrie-Ebene, die optische Normale ist der Symmetrieaxe parallel.
Als Beispiel führe ich an den Gips.
b) Die horizontale Dispersion.
Die Ebene der optischen Axen ist senkrecht zur Symmetrie-Ebene, und die Mittellinie liegt in derselben, die den Mittellinien entsprechenden Elasticitätsaxen OZr und OZv machen in der Symmetrie-Ebene einen kleinen Winkel miteinander.
c) Die gekreuzte Dispersion.
Die Ebene der optischen Axen ist senkrecht zur Symmetrie-Ebene und die Mittellinie auch, hier erleidet sie keine Dispersion zum Unterschied gegen die beiden ersten Fälle.
3. Das trikline System.
Bei den Krystallen dieses Systems ist eine gesetzmässige Beziehung zwischen der Lage der Elasticitätsaxen und der krystallographischen Begrenzung nicht mehr der Fall, es findet Dis- persion sowohl der optischen Axen als der Elasticitätsaxen als auch der Mittellinien statt.
Die zweiaxigen Körper sind optisch bestimmt mit der Kenntnis der Elasticitätsaxen a, b, c für die verschiedenen Farben, und zwar sowohl hinsichtlich ihrer Grösse als ihrer Richtung. Die Grösse von a, b, c wird gefunden durch die Bestimmung der Hauptbrechungscoefficienten 2, B, 7, die nach denselben drei verschiedenen Methoden erfolgt wie bei den isotropen und einaxigen Krystallen. Die Richtung der Elasticitätsaxen, d. h. ihre Lage zu der Begrenzung des Krystalls, sofern dieselbe nicht unmittelbar aus der krystallographischen Symmetrie folgt, wird mit Hülfe des Stauroskopes bestimmt.
Die zweiaxigen Krystalle im Polarisationsinstrument, und zwar zunächst im parallelen Lichte bei gekreuzten Nicols:
Platten, die senkrecht zu einer der beiden optischen Axen geschnitten sind, lassen das Sehfeld bei einer vollen Umdrehung dunkel, Platten von anderer Richtung lassen das dunkle Seh- feld nur dann ungeändert, wenn ihre Schwingungsrichtungen zusammenfallen mit denjenigen der beiden Nicols, andernfalls ist das Sehfeld aufgeheilt, und zwar meist gefürbt. Gips, der sehr dünne Spaltungsflächen herzustellen gestattet, ist nach dieser Richtung ausgezeichnet.
Von Wichtigkeit ist die Bestimmung der Auslöschungsschiefe, die zur Unterscheidung der drei Systeme der optisch zweiaxigen Krystalle dienen kann.
Haben wir ein zweiaxiges oblonges Prisma mit der Basis und finden wir mit dem Stauroskop, dass für alle Farben auf allen Flächen die Aus- löschungsrichtungen mit den Kanten parallel gehen, so ist der Krystall rhombisch. (Figur 15). Hat ferner ein Prisma zwar das Aussehen eines rhombischen, zeigt aber, dass die Auslöschungsrichtungen für die verschiedenen Farben nicht senkrecht oder parallel zu den Prismenkanten verlaufen, so müssen wir das- selbe für monoklin erklären.


