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Die elektrischen Eigenschaften.
Hinsichtlich der Leitung der Elektricität verhalten sich die einaxigen Krystalle nach krystallographisch gleichen Richtungen vollständig gleich; hinsichtlich der pyroelektrischen Erregung ist der Zusammenhang mit der Struktur ein ebenso inniger, wie wir ihn bei den isotropen Krystallen kennen gelernt haben. Bekannt nach dieser Richtung hin sind namentlich Turmalin und Quarz.
Die magnetischen Eigenschaften.
In der Richtung der Hauptaxe ist der Magnetismus ein Maximum oder Minimum, senkrecht dazu ein Minimum oder Maximum.
Eine Kugel eines einaxigen Krystalls ist nur dann zwischen den Polen eines Magneten in jeder Stellung in Ruhe, wenn sie sich um ihre optische Axe drehen kann. Wird sie dagegen so aufgehängt, dass die Hauptaxe in der Polebene liegt, so wird sie sich in bestimmter Weise ein- stellen. Es stellt sich nämlich die Richtung der Hauptaxe
A. wenn der Krystall paramagnetisch ist und
a. seine Axe der Richtung des stärksten Magnetismus entspricht, axial, b. äquatorial, wenn seiner Axe ein Min. entspricht; B. wenu der Krystall diamagnetisch ist und a. in der Richtung der Axe den stärksten Magnetismus zeigt, äàquatorial, im anderen Falle b. axial.
3. Die optisch zweiaxigen Körper.
Die Elasticität.
Sehr umfassende oder auch nur ausreichende Beobachtungen liegen hier nicht vor, doch ist aus dem vorhandenen Beobachtungsmaterial ersichtlich, dass die Verhältnisse auch hier dem krystallographischen Grundgesetz entsprechen und gobinekrische Symmetrie-Ebenen, sweit solche vor- handen sind, auch Symmetrie-Ebenen sind in Bezug auf die Elasticität.
Die Cohäsion.
Die Verhältnisse der Cohäsion sind genauer erforscht und namentlich Härtekurven bestimmt, und Atzfiguren untersucht worden, die ersteren besonders am rhombischen Schwerspat und rhombischen roten Blutlaugensalz sowie am monoklinen Gips. Sowohl die Härtekurven als auch die Ktzfiguren werden der Symmetrie, soweit solche vorhanden ist, vollkommen gerecht. Was die Spaltbarkeit aunbetrifft, so kommt bei rhombischen Krystallen häufig dieselbe vor nach den Pinakoidflächen, weil nach den Symmetrieaxen ein Minimum der Cohàsion stattfindet. Die Spaltbarkeit nach zwei verschiedenen Pinakoiden ist niemals gleichwertig; weniger häufig kommt Spaltbarkeit nach Prismenflächen vor, doch ist dieselhe dann eine minderwertige. Im monoklinen System kommt häufige und sehr voll- kommene Spaltbarkeit vor nach der Symmetrie-Ebene(Gips); ferner ziemlich häufig nach der Querfläche. Im ersten Falle ist ein Minimum der Cohäsion in der Symmetrie-Axe, im zweiten liegt ein Minimum in der Symmetrie-Ebene. Giebt es in dieser noch ein zweites Minimum, so findet nach einer zweiten möglichen Querfläche Spaltbarkeit statt, doch ist diese nicht gleich vollkommen wie die erste, da in der Symmetrie-Ebene keine gleichwertigen Richtungen existieren, also auch nicht in Hinsicht der Cohäsion. Existiert aber ein Minimum der Cohäsion nach einer Richtung, welche mit der S E den Winkel bildet, so ist ein gleichwertiges Minimum vorhanden in der


