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ebene in Quarz dadurch, dass derselbe in Folge der unsymmetrischen, Auorduung seiner Nloleküle, die sich auch in der Krystallform kundgiebt, in der Richtung seiner optischen Axe nur zirkular polarisierte Strahlen fortzupflanzen im Stande sei und dass sich jeder linear polarisierte Strahl beim Eintritt in den Krystall in einen rechts und einen links zirkular polarisisrten Strahl zerlege, Velche sich mit ungleicher Geschwindigkeit fortpflanzen. Beim Austritt aus dem Krystall setzen sich beide wieder zu linear polarisiertem Licht zusammen. 1
Dichroismus: Während isotrope Substanzen, wie oben bemerkt wurde, nach allen Rigptungen gleiche Farbe zeigen, ist das bei anisotropen Substanzen nicht der Fall; hier zeigen Richtungen von gleicher Brechung gleiche Farben, ungleiche Richtungen verschiedene Farben. Die beiden Strahlen, in welche ein in ein anisotropes Medium eintretender Lichtstrahl zerlegt wird, werden in verschiedenem Grade absorbiert und zeigen daher verschiedene Farbe; der stärker gebrochene Strahl wird stärker absorbiert.
Die Platte eines einaxigen Krystalls, welche senkrecht zur. optischen Axe geschliffen ist, zeigt keinen Dichroismus, wohl aber eine anders zugeschnittene. Man unterscheidet die Basistarbe und die Prismenfarbe. Pennin ist auf die Basis gesehen smaragdgrün, auf die Prismenfläche gesehen braunrot. Der Turmalin absorbiert den ordinaren Strahl so stark, dass Platten, parallel zur Achse geschnitten, fast nur extraordinäres Licht durchlassen, daher diese Platten dazu dienen, polarisiertes Licht zu liefern.
Die thermischen Verhältnisse.
Inbezug auf Wärmeleitung verhalten sich die optisch Lina Ugen Krystalle auf Basisflächen wie isotrope Mineralien, auf Flächen parallel der Axe bilden die Isothermen Ellipsen, und zwar sind zwei Fälle zu unterscheiden: thermisch positive und thermisch negative Krystalle, indem die Leitung in der Richtung der Hauptaxe ein Maximum(Figur 10) oder Minimum(Figur 11) sein kann. Wir sehen auch hierin ein den Symmetrieverhältnissen entsprechendes Verhalten.—
Isothermen.
H4
L
12 H 11
Die Ausdehnong durch die Wärme alteriert die Winkel sämtlicher Prismenflächen 2u einander nicht, ebensowenig ihre Neigung gegen die Basis. Dahingegen müssen die Neigungen aller der thermischen d. i. der krystallographischen Hauptaxe nicht. parallelen Füchen(die Basis ausgenommen) mit der Temperatur variieren und zwar so, dass die Anderung für, gleichgeneigte Flächen gleichmässig stattfindet: die Polkanten werden also gleichmässig spitzer oder stumpfer.
Bemerkenswert ist der Kalkspat, dessen Ausdehnungscoeffcienten in Haupt- und Nebenaxe so verschieden sind, dass die starke Ausdehnung in der Richtung der ersteren auf Kosten einer Zusammenziehung in der Richtung der letzteren erfolgt.— Die Symmetrie der, Krystalle ist völlig unabhängig von der Temperatur, d. h. ein bei irgend einer Temperatur einaxiger Krystall ist auch bei jeder anderen Temperatur ein solcher.
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