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Die Erfahrung bestätigt das, sie zeigt auch, dass auf Pyramidenflächen eine Auslöschungs- richtung senkrecht, die andere parallel der Seitenkante ist(Figur 8) und dass auf Rhomboederflächen beide Auslöschungen den Diagonalen parallel sind,(Figur 9) genau so, wie es die Theorie verlangt.
B. Im konvergenten Licht.
Eine Platte senkrecht zur Axe, die sich im parallelen Licht von einer isotropen nicht unter- scheidet, giebt im konvergenten Licht die den optisch einaxigen Krystallen eigentümliche Inter- ferenzfigur
a) concentrischer, abwechselnd heller und dunkler Kreise bei homogener Beleuchtung,
b) der sog. isochromatischen Kreise bei weissem Licht.
In beiden Fällen sind die Kreise durchzogen
*Q.) von einem dunklen Kreuz bei gekreuzten Nicols, 5) voôn einem hellen Kreuz bei parallelen Nicols.
Im letzten Falle sind die Farben der isochromatischen Kreise complementär zu den Farben des ersten Falles.— Die Durchmesser der roten Ringe sind grösser als der violetten; die Ringe sind um so enger:—
1. je dicker die Platte, 2. je grösser die Doppelbrechung ist.
Eine Kalkspatplatte hat engere Ringe als eine gleich dicke Quarzplatte.—
Manche einaxige Krystalle zeigen auch bei Platten, welche senkrecht zur Axe geschnitten sind, im Falle gekreuzter Nicols keine Verdunkelung des Sehfeldes, wohl aber tritt solche(homogenes Licht vorausgesetzt) ein, wenn der obere Nicol um einen bestimmten Winkel nach rechts oder links gedreht wird.
Die Grösse des Winkels hängt ab: 1. von der Farbe des Lichtes, 2. von der Substanz, 3. von der Dicke des Plättchens.
Bei einer Quarzplatte von 1 mm Dicke ist der Winkel für rotes Licht 19⁰, gelbes 240, — grünes 270, blaues 32⁰, violettes 440. Die Winkel ändern sich proportional der Dicke. Im weissen Licht ist das Sehfeld gefärbt bei jedem Winkel, den die Nicols miteinander bilden, nur ändert sich die Farbe mit dem Winkel, und zwar ist bei den linksdrehenden Krystallen die Farbenfolge: grün blau, rot, gelb, während sie bei den rechtsdrehenden umgekehrt ist. Man hat diese Erscheinung mit dem Namen„Zirkularpolarisation“ belegt. Sie ist besonders schön am Quarz beobachtet word. m, und zwar namentlicu an Krystallen, an welchen unsymmetrische hemiedrische oder tetar- toedrische Flächen auftreten, was in Beziehung zur Zirkularpolarisation zu stehen scheint; denn es sind die rechtsdrehenden Lery dalle durch rechtsliegende, die linksdrehenden Krystalie durch links- liegende Rhomben und Trapezflächen ausgezeichnet. Airy erklärte die Drehung der Polarisations-


