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Einaxige Krystalle siud optisch vollkommen bestimmt, wenn die Grösse der beiden Haupt- elasticitätsaxen bestimmt ist oder wenn man die beiden Fortpflanzungsgeschwindigkeiten des ordentlichen(o) und ausserordentlichen Strahls(e) kennt. Man bestimmt sie durch den Brechungs- coefficienten und s, deren reziproke Werte sie sind:
1 1
6—,0=—— 8
00 Diese Werte sind nun aber nicht dieselben für verschiedenes Licht, z. B. beim Kalkspat ist:
143397 für rotes Licht(Linie B)
3
S—
und
2 149780 für violettes Licht(Linie H).
8 Man muss also s und besonders bestimmen für die verschiedenen Lichtfarben. Der Unterschied der beiden Werte für und s für einerlei Licht giebt die Grösse der Doppelbrechung; sie ist für Kalkspat 0,16917. Beispiel eines optisch-positiven: Quarz.
2 154090 für rotes Licht(Linie B).
Hier ist also 7 und e—= 0,00900, also die Doppelbrechung geringer als beim Kalkspat. Noch geringer ist sie bei Leucit, nämlich 0,001. Es genügt die experimentelle Be- stimmung des und's für rotes und blaues Licht oder überhaupt für zwei Farben; indem man die entsprechenden Werte für die andern Farben nach der Cauckyschen Formel
n= A+ B 12 berechnen kann, wo A und B die aus den experimentellen Ergebnissen zu bestimmenden Konstanten sind.
Verhalten der optisch einaxigen Krystalle im Polarisationsinstrument, und zwar:
A, im parallelen Licht.
Platten, welche senkrecht zur optischen Axe geschnitten sind, verhalten sich wie isotrope Substanzen; Platten, die schief gegen die Axe gerichtet oder zu ihr parallel sind, zeigen bei gekreuzten Nicols vier mal Aufhellung und vier mal Verdunkelung des Sehfeldes, wenn man die Krystallplatte eine volle Umdrehung beschreiben lässt; bei Azimuten von 900, 180⁰, 2700, 3600, findet vollständige Verdunkelung statt, bei Azimuten von 45⁰, 1350⁰, 225⁰, 315 ist die Aufhellung ein Maximum. Somit trifft die Erscheinung zu sowohl für homogenes als für weisses Licht; es kommt nun noch ein Unterschied in Betracht. Im weissen Licht nämlich erscheint das aufgehellte Plättehen meist gefärbt. und zwar hängt die Art der Farbe einesteils von der Dicke des Plättchens ab, andernteils von der Stärke der Doppelbrechung. Je stärker die letztere ist, desto dünner müssen die Plättchen sein, um noch Farben zu zeigen. Ist die Farbe über das ganze Plättchen gleichmässig, so ist das ein Beweis, dass dasselbe überall gleich dick ist. Die Richtungen, in welchen vollkommene Verdunkelung eintritt, die sogenannfen Auslöschungsrichtungen, welche mit, den Schwingungsrichtungen des Krystalls zusammenfallen, können genau nur mit dem Stauroskop bestimmt werden. Ganz im Einklang mit der zuvor entwickelten Theorie ergiebt sich bei einaxigen Krystallen, dass eine Auslöschungsrichtung stets parallel, eine andere senkrecht zur Hauptaxe ist. Auf Prismenflächen quadratischer hexagonaler Krystalle muss der Theorie nach eine Auslöschung parallel, die andere senkrecht zur Prismenkante sein.


