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Hierfür spricht folgendes: Wenn in einem Krystall die beiden Enden einer Richtung krystallographisch übereinstimmen, dann zeigen sie auch gleichnamige Elektricität, sind sie aber ungleich und infolge dessen an dem einen Ende andere Krystallflächen ausgebildet als am andern, so beobachtet man häufig pyroelektrisch verschiedenes Verhalten der beiden Enden. Man nennt dann die Krystalle polarelektrisch. Das ist bei hemimorphen Krystallen längs der Axe des Hemimorphismus der Fall(Turmalin). Man beobachtet es auch beim tetraedrischen Boracit, wo jede zwei gegenüberliegende Würfelecken verbindende Grade an beiden Enden verschieden erregt wird.
Die magnetischen Eigenschaften. Hängt man eine aus irgend einem amorphen Stoffe, sei er para- oder diamagnetisch, gefertigte Kugel genau in die Mitte zwischen zwei Magnetpole, so wird dieselbe in jeder Lage in Ruhe bleiben, da sie sich in allen ihren Durch- messern gleichmässig verhält, diese aber gleich lang sind, folglich sämtlich gleichen Grad der Polarität annehmen. Es ist also hier keine Ursache zu einer Drehung vorhanden. Anders ver- halten sich dagegen im allgemeinen die Krystalle, deren Magnetismus oder Diamagnetismus ebenso von der Richtung in, denselben abhängig ist als die übrigen physikalischen Eigenschaften; sie zer- fallen auch hier in drei Klassen, von denen die erste die der einfach brechenden ist. Diese haben nach allen Richtungen gleichen Grad des Para- oder Diamagnetismus, folglich verhalten sie sich genau wie amorphe Körper, d. h. eine Kugel orientirt sich nicht in Bezug auf die Magnetpole. Um zu bestimmen, ob die Substanz para- oder diamagnetisch ist, genügt es also, ein Stäbchen in irgend einer Richtung aus derselben herauszuschneiden, zwischen die Pole zu hängen und zu prüfen, ob sich dasselbe axial oder äquatorial einstellt.
So zeigen uns die Krystalle der ersten Klasse in physikalischer Hinsicht ebensowohl den höchsten Grad der Regelmässigkeit, wie sie es in geometrischer Hinsicht thun, und sind dadurch dass ihre drei Hauptaxen in jeder Beziehung gleichwertig sind, von den Krystallen der anderen
Klassen oder Systeme unterschieden.
Die 2weite Klasse oder die optisch einaxigen Krystalle.
Die Elasticität.
In der Hauptaie erreicht dieselbe ein Maximum oder Minimum, welches seines Gleichen in keiner weiteren Richtung hat; in der zur Hauptaxe normalen Ebene liegen mehrere unter ein- ander gleiche Maxima und Minima der Elasticität, und zwar entweder in zwei aufeinander senk- rechten oder in drei miteinander 600 bildenden Richtungen.
Parallel der Hauptaxe ist ferner ein Maximum oder Minimum der Cohäsion, welches einzig im Krystall ist, während in der dazu senkrechten Ebene wieder mehrere unter einander gleiche Maxima resp. Minima liegen.
Salibarbeit findet meist statt:
a. im hexogonalen System: 14 nach der Busis(Beryll), 2. nach dem hexagonalen Prisma(Zinnober), 3. nach dem Rhomboeder(Kalkspat), b. im quadratischen System: 1. nach der Basis(Apophyllit), 2. nach dem quadratischen Prisma(Rutil).


