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Lehm- und Sandlagern bestehend, und die noch unter unseren Augen in gleicher Weise sich fort- erzeugenden, ähnlichen Alluvionen sind ebenfalls hier vorhanden, namentlich in den Flussthälern.
Ungleich reicher ist das kleine Gebiet Helgolands, das mit seinen Klippen noch keine Quadratmeile umfasst.— Das Felseneiland besteht, wie der geologische Durchschnitt hier andeutet, aus mächtigen, in einem Winkel von 17⁰ nach N.-O. einfallenden Schichten eines roten, mehr oder weniger mergeligen verhärteten Thones, der in unregelmässigen Zwischenlagern grau bis grün wird und auch mit unbedeutenden Schichten eines ausserordentlich mürben Sandsteins wechselt. Auch dieser Schichtenkomplex muss der Formation des bunten Sandsteins, wahrscheinlich dem jüngsten Gliede desselben, eben dem Röth, zugerechnet werden. Die genaue Deutung ist hier sehr erschwert, da bislang, abgeseben von dem sogar noch zweifelhaften Fund einer nicht näher bestimmten Saurierrippe, keinerlei organische Reste in diesem Hauptgestein der Helgolander Insel beobachtet wurden. Diese Gebilde setzen sich auch ringsum untermeerisch noch fort, soweit als auf der Karte dort das Violett reicht, bis zu der sog. Kante; auch von der Höhe der Insel aus sieht man das Rot der Felsen durchschimmern. In dem Nordhafen in der Richtung nach N.-O. bedeckt dann zu- nächst der Kante Meeresschlamm und Sand und Thonmasse den Grund; erst näher den Klippen zu ist wieder das feste Gestein untersucht, und hier folgt in regelrechter Aufeinanderfolge, stets das eine Gestein mit seinen gleichgeneigten Schichten unter dem nächst jüngeren einschliessend, Muschelkalk, Keuper, Lias, Oolith, Hilsthon und weisse Kreide. Erst bei dieser letzteren ändert sich auch der Fallwinkel, indem derselbe O.-N.-O. der Düne erst zu 15⁰„ dann zu 13⁰ und an der äussersten bis jetzt erforschten, bez. erreichbaren Stelle zu 10⁰ beobachtet worden. Diese Kreide zieht sich denn nun mit den Klippen um die ganze Insel herum; denn die àussersten nach Nord- westen von der Düne im weiten Bogen ausstrahlenden Klippen, ebenso die nach Süd und dann nach Südwest sich hinziehenden Klippen, der Nordhafen-Knoll, der Hog Sten und Danskermann sin Horn und ebenso endlich die Klippen im N.-W. und W. und S.-W. der Iauptinsel, welche jenseits der Kante sich fortsetzen, bestehen sämtlich aus Kreide, die an der letzgenannten Stelle als gerade in umgekehrter Richtung, nach Südwest, einfallend beobachtet worden ist.
Wenn nun noch erwähnt wird, dass das Unterland vorwaltend aus Gsröllen gebildet wird, Geröllen, welche teils der Hauptinsel und den Klippen entstammen, teils ein durchaus fremdartiges Gepräge haben, Geröllen des roten Inselthones, Feuersteinen aus der weissen Kreide, Kalkstücken, dazu aber auch nordischen Gneisen und Graniten, Trapp etc. etce., wenn ferner des Sandes der Düne gedacht wird, der aus winzigen Kreideversteinerungen, den winzigen Gehäusen von mikrosko- pischen und Bruchstückchen der Schalen von grösseren dem umgebenden Meere entstammenden Seetieren, gelben und weissen Quarz- und schwarzen Titaneisenkörnern besteht und unterhalb der Flutgrenze mit mannigfachen Bruchstücken der benachbarteu Felsmassen, seltenen Gypsstücken und meist kleinen Geröllen und Geschieben von nordischem Porphyr, Sandstein, Gneis, Granit, Basalt, Trapp etc. etc. bedeckt ist, wenn endlich noch angeführt ist, dass in den Rillen zwischen den langgestreckten nordöstlichen Klippen und auch in dem Nordhafen und hinter der Düne ein von den Einwohnern Töck genannter, bald grauer, bald brauner plastischer Thon lagert, der neuerdings als diluvial erkannt ist, und auf dem Oberland mehrere mächtige erratische Blöcke von nordischem Granit liegen, so wäre damit das so bunte geognostische Bild Helgolands gezeichnet, dem nur noch zur Vervollständigung eine Angabe über eine längst verschwundene Felsmasse hinzugefügt werden muss.


