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ausgeführten Untersuchungen, die er in einem besonderen Werke niedergelegt hat. Die geistreichen Schlussfolgerungen von Dr. L. Meyn und die wertvollen, bestätigenden Beobachtungen von Dr. Lasard haben uns in neuerer Zeit noch einen bedeutenden Schritt weiter gsführt, während das geistige Erbe seines Vaters Prof. F. Wiebel in Hamburg angetreten hat, der mit einem jüngeren Landsmanne zusammen damnächst dem Vernehmen nach weitere Untersuchungen und Beobachtungen über Helgoland veröffentlichen wird.*)
Gestatten Sie mir zunächst Sie auf diese Zeichnungen aufmerksam zu machen, welche zur Erläuterung der in der Folge zu besprechenden Verhältnisse dienen sollen, hier die Karte von Helgoland und der Düne mit den Klippenzügen, hier ein Panorama der beiden Inseln, hier eine Felspartie von der Südspitze, der sog. Prädstuhl, die englische Kirche oder Ingels Kark und der jetzt nicht mehr vorhandene, im Jahre 1839 zurammengestürzte Mönch, im Hintergrunde das Vor- gebirge der Südspitze selbst und hier endlich ein geologischer Durchschnitt durch die Insel und die Klippen. Die ersteren drei Zeichuungen sind fül den heutigen Zweck von unscren Schülern, dem Abiturienten Eichler und den Primanern Merkel und Pfeil angefertigt.
Sie sehen auf der Karte das Oberland mit grüner Farbe angegeben; es bildet eit, Dreieck, dessen läugste Küste von N.-W. nach S.-O 5750(resp. mit einem abgetrenuten Felsen im Norden 5850) Fuss lang ist— ich gebe die Masse nach Wiebel ir. Hamburger Fussen, da wir hiernach uns doch immer noch besser eine Vorstellung machen können als nach den heutigen Metermassen — die N.-O.-Küste hat eine Länge von 4610 Fuss, die Ostwand, welche an das Unterland grenzt, von 2120 Fuss; die grösste Braite des Oberlandes beträgt 1840 Fuss. Die geographische Lage der Insel bestimmt sich und zwar genau für den auf dem Plateau befindlichen Kirchturm mit 54⁰ 10“ 46“, 51 N. Br. und 25° 32“ 45“,5 östl Länge von Ferro. Die Fläche des Oberlandes enthält 6 Millionen Fuss, die des hier sandgelb angegebenen Unterlandes 780 000 ◻ Fuss, zu- sammen nahe ⁄100 geogr. Meile, während die Düne zur Flutzeit ca. 880 000 ◻ Fuss misst und dann von der Hauptinsel über 3900 Fuss entfernt ist, während ihr Abstand von dem Unterland zur Ebbezeit wenig über 3200 Fuss beträgt. Die Düne ist hier auf der Karte weiss angegeben, der nur zur Flutzeit freie Teil blassgelb. Da Helgoland eiue Insel, also rings vom Meere umgeben ist und keine einzige grössere Einbuchtung besitzt, so muss es überraschen, dass hier ein Hafen sein soll, ja eigentlich 2 Häfen und sogar 3 Ankerplätze. Ihren Schutz erhalten diese aber durch die gewaltigen Klippenzüge, die von der Hauptinsel und namentlich von der Düne in Bogen aus- strahlen und so, indem sie den gegen sie anstürmenden, heftig brandenden Wogen einen starken Damm entgegenstellen, die Gewalt derselben brechen und dadurch, wenn die Stürme nicht alzu über- mächtig werden, cbenso den in dem umschlossenen Raum, hier in dem Nord- und hier in dem Südhafen, oder hinter der Düne, ankernden Schiffen Schutz gewähren, wie sie in furchtbarer Weise die unkundigen Schiffer und die eines Lootsen entbehrenden Schiffe gefährden.
Diese Klippen, welche hier auf der Karte um die Hauptiusel, soweit sie aus demselben roten Gestein bestehen, mit Jlassviolett, im übrigen mit Blassblau angegeben sind, wähtend das dunklere Blau die beginnende grössere Tiefe anzeigt, fuͤhren bei den Helgoländern den Namen Brunnen, hier Wite-Kliff-Brunnen, der Selle-Brunnen, die Hohe Bru, Brunnen best de Halem und för de Halem(d. i. die Düne) u. s w. Dieser Name Brunuen ist in Zusammenhang gebracht
*) Dem Verfasser ist nicht bekannt geworden, dass dieselben bis jetzt erschienen seien.
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