Aufsatz 
I. Einleitung und Kapitelüberschriften zu einer Schulausgabe von Sallusts Catilina / von Wilhelm Wittich
Entstehung
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III. Kapitelübersichten.

1. Der Mensch muss thätig sein, um zu beweisen, dass er über dem Tiere steht. Da Körper und Geist zu seinem Wesen gehören, kann die Thaätigkeit eine körperliche oder eine geistige sein. Letztere verdient schon darum den Vorzug, weil sie die Verwandtschaft mit den Göttern zeigt. Jedoch waren die Menschen hierüber nicht immer einer Meinung.

2. Die Geschichte lehrt, wie der Vorzug geistiger Tüchtigkeit sich bald Anerkennung er- zwang. Freilich tritt dieselbe leichter in Not und Gefahr als unter friedlichen Verhältnissen zutage, unter denen Herrschergeschlechter verkommen, so dass tüchtigere an ihre Stelle treten müssen. Wer den Wert der Tüchtigkeit eines thätigen Lebens nicht erkennt, führt kein menschen- würdiges Dasein.

3. Ruhmeswerte Thaten sind nicht bloss von dem Feldherrn und Staatsmanne zu erwarten, auch der Bericht von ihren Thaten ist dankenswert. Und Geschichte zu schreiben ist besonders schwierig, weil die sachentsprechende Darstellung viel Fleiss und Gewissenhaftigkeit erfordert und übelwollender Beurteilung sehr ausgesetzt ist. Wie andere hatte ich mich ursprünglich dem Staatsdienst zugewendet; ohne die Verderbtheit der meisten zu teilen, habe ich mich doch derselben Beurteilung ausgesetzt.

4. Nachdem ich dem Staatsdienst entsagt, entschloss ich mich eine alte Liebhaberei, die Geschichtsschreibung, wieder aufzunehmen. Unparteiisch genug glaube ich zu sein. Meinen Gegen- stand soll jetzt die Catilinarische Verschwörung bilden.

5. Charakteristik Catilinas; er strebte nach unumschränkter Gewalt; es trieb ihn Not und Schuldbewusstsein, es lockte der verdorbene Sittenzustand im Staate. Dieser bedarf eingehender Besprechung.

6. Trojaner unter Aneas haben zusammen mit italischen Ureinwohnern Rom gegründet. Von den Nachbarn befehdet, entwickelte die Stadt sich kräftig, zuerst unter Königen, denen ein Senat zur Seite stand, dann unter Konsuln.

7. Im Freistaat erst konnte die Tüchtigkeit des einzelnen zu voller Geltung kommen Von früh auf kriegerisch gewöhnt scheute der Römer keine Anstrengung, kannte keine Gefahr. Ein edler Wetteifer beseelte alle. Die grössten Heere, die stärksten Mauern konnten der Tapferkeit der Römer nicht widerstehen.

8. Das Glück ihre Thaten, wie die Athener, durch bedeutende Schriftsteller vernerrlicht auf die Nachwelt gebracht zu sehen, hatten die Römer nicht; die Besten trieb ihr Ehrgeiz ins praktische Leben, zum Handeln, nicht zur Wissenschaft und Schriftstellerei.

9. Wie sah es nun im alten Rom aus? Es herrschten gute Sitten, Eintracht, rühmlicher Wetteifer, Einfachheit im Privatleben. Kühnheit im Krieg, Gerechtigkeit im Frieden waren die hervorragendsten Eigenschaften.