Aufsatz 
I. Einleitung und Kapitelüberschriften zu einer Schulausgabe von Sallusts Catilina / von Wilhelm Wittich
Entstehung
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M. Tullius Cicero ihn schlug, der mit den Stimmen aller Centurien für die eine Stelle gewählt wurde, während für die andere die Stimmen zwischen Catilina und dessen Gesinnungsgenossen C. Antonius Hybrida, dem Sohn des berühmten Redners und Oheim des Triumvirs, sich so teilten, dass Antonius mit einer kleinen Stimmenzahl vor Catilina war. Von dieser Zeit an traf Catilinas ganzer Hass den Cicero, und mit Recht kann dieser sagen, dass alle Pläne Catilinas gegen den Staat in erster Linie gegen seine Person gerichtet seien. Aber dieser war auf seiner Hut. Zu- nächst wusste er den Amtsgenossen Antonius unschädlich zu machen, indem er ihm für das Pro- konsulat die ihm durch das Los zugefallene Provinz Macedonien überliess. Sodann schützte er sich durch eine Begleitung ergebener Männer vor plötzlicher Gewalt. Endlich hatte er überall seine Späher, die ihm berichten mussten; namentlich war einer der Verschworenen, Curius, anfangs ohne es zu wissen, durch seine Geliette, Fulvia, fortwährend der Verräter seiner Genossen. Auch wurde ein neues Gesetz de ambitu durchgesetzt, um einer etwaigen Bewerbung(atilinas für 62 entgegen- zuarbeiten, zu dem schon im Jahre 64 der Ansatz gemacht, das aber an dem Widerspruch des Tribunen Q. Mucius Orestinus gescheitert war. Jetzt schien Gewalt allein helfen zn können. Catilina stellte in einer Versammlung in seinem Hause den Genossen die Notwendigkeit kräftigen Vorgehens vor Augen(Kap. 20), zeigte ihnen die günstige Sachlage und die zu erwartenden Er- folge und soll dann, während eine Schale, gefüllt mit Wein und Menschenblut, herumging, allen einen furchtbaren Eid abgenommen haben. Als Cicero im Senat über Catilinas Pläne Enthüllungen machte, trat ihm dieser frech entgegen: Der Senat habe zwei Körper, einen kranken, altersschwachen, mit einem Haupte, und einen gesunden, jugendkräftigen, ohne Haupt. Aber so lange er lebe, solle es diesem an einem Haupt nicht fehlen. Die Comitien, in denen Cicero ermordet und Catilina mit Gewalt zum Konsuln gemacht werden sollte, wurden zuerst auf den 20. Oktober, dam auf den 28. verschoben; bei der Wahl erschien der Konsul im Harnisch und mit sicherer Bedeckung, so dass die Catilinarier den Angriff nicht wagten, und da in D. Junius Silanus und L. Licinius Murena zwei Männer gewählt waren, von denen sich für die Umsturzpartei nichts hoffen liess, so blieb nur noch offener Aufruhr übrig, für den auch alle Vorbereitungen getroffen waren. In Etrurien, um Fäsulae, sammelte ein ehemals Sullanischer Centurio, C. Manlius, Truppen; Geld und Waffen wurden überall aufgebracht; Catilina wollte nur noch den Cicero beseitigen, dann dachte er sich selbst an die Spitze seiner Getreuen im Felde zu stellen. Auf Ciceros Betreiben, dem schon am 21. Oktober durch die bekaunte Formel videant consules unumschränkte Gewalt übertragen worden war, wurden gegen die Aufrührerischen zwei Prokonsuln und zwei Proprätoren ausgesandt: Q. Marcius Rex nach Fäsulae, Q. Metellus Creticus nach Apulien, Q. Pompejus Rufus nach Capua, Q. Metellus Celer nach Picenum. Gegen Catilina wurden noch einmal die Gerichte angerufen; L. Paulus klagte ihn nach der lex Plautia de vi an; Catilina erbot sich in seiner Frechheit zu freier Haft, als sei er ganz unschuldig und habe nichts zu befürchten. Jetzt galt es, endgiltig alles anzuordnen, um bald zum Ziele zu kommen. In der Nacht vom 6. zum 7. November wurde im Hause des M. Porcius Laeca eine Verschworenenversammlung gehalten, in der die Rollen verteilt wurden. Zwei Männer, der Senator L. Varguntejus und der Ritter C. Cornelius, erboten sich früh morgens unter dem Scheine eines Ergebenheitsbesuchs sich zu Cicero zu begeben und ihn in seinem Hause zu ermorden. Cicero, von allem unterrichtet, liess sie nicht ein, berief aber auf den 8. November den Senat in den Tempel des Juppiter Stator, und als hier auch Catilina erschien, zwang er ihn durch seine An-

griffe(die erste Catilinarische Rede) den Senat zu verlassen. Er entwich mit kleiner Begleitung 2*