Aufsatz 
{I. Rede zur Gedächtnis-Feier am 18. Oktober 1888 : Realgymnasium zu Cassel / gehalten von Hermann Siebert
Entstehung
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XX.

Als am nächsten Tag um die zehnte Stunde in der Ferne die feindlichen Scharen sich zeigen, möchten die christlichen Krieger ihnen gleich entgegenziehen. Gottfried verlangt, dass sie diesen Tag noch ruhen. In der Frühe des nächsten Morgens rückt er aus, nachdem Raimund mit Syrern und mit den Gascognern, den Leuten seiner Heimat, die Burg umzingelt hat. Gottfried stellt das Fussvolk in die Mitte, unter Führung seines Bruders Balduin, die Reiter des linken Flügels führen die beiden Robert, die des rechten Gottfried selbst. Rinald mit auserlesener Schar soll im Hinter- treffen des rechten Flügels bleiben, um bei dem Versuch einer hier möglichen Umgehung den Feinden in die Seite zu fallen und die Schlacht zu entscheiden. Emiren verteilt seine Massen ebenso. Das Fussvolk wird von Muleass geführt; hier ist auch Armida; an der Spitze des linken Flügels steht Altamor von Samarkand, den rechten leitet der Feldherr selbst. Gildippe beginnt den Kampf mit den Scharen der Perser. Nachdem mehr als sechs tapfere Streiter unter ihren Streichen gefallen sind, sprengt ihr Gemahl Odoardo ihr zur Seite, neuen Tod mit ihr verbreitend. Ebenso furchtbar wütet jetzt Altamor unter den Franken. Gildippe wagt's, ihm entgegenzusprengen; sie wird schwer getroffen, nachdem sie ihm das Diadem gesprengt; er wendet sich von ihr, der Gemahl schützt sie vor dem Sturz aus dem Sattel. Inzwischen hat Ormond mit seinen Mitverschworenen sich Gottfried genaht; da ruft dieser den Seinen zu, dass es die kommenden Verräter, keine Franken sind; kaum wagen die Entlarvten sich zu wehren, sie alle ereilt der Tod. Nun eilt Gottfried dahin, wo Altamor die Seinen zum Weichen bringt. Sie kümpfen. Ebenso in der Mitte Balduin, Gottfrieds Bruder, und Muleass, auf dem anderen Flügel Emiren und einer der Roberts, während der andere von Adrast bedrängt wird, dem glühenden Verehrer Armidens. Jetzt machen die Feinde auf dem linken Flügel eine Schwenkung, um Gottfrieds Heer zu umgehen. Da stürmt Rinald mit seiner Schar hervor und zersprengt unter furchtbarem Morden die Angreifer. Dann wirft er sich auf das Fussvolk und bringt es zum Weichen. Er naht Armidens Wagen, er will sie vermeiden; aber ihre Umgebung stürzt sich voll Wut auf ihn; sie selbst entsendet, nach kurzem Kampfe zwischen Liebe und Rache- durst, Pfeil auf Pfeil nach ihm, ohne ihn zu verwunden, während einer ihrer Verehrer nach dem andern unter seinen Streichen fällt. Altamor sieht ihre Gefahr und fliegt herbei, den linken Flügel, den er zum Stehen zu bringen versuchte, jetzt preisgebend, während Rinald und Gottfried den Rest seiner Schar vernichten. Zu spät kehrt er zurück; der linke Flügel ist vollständig zersprengt, während auf der anderen Seite die Christen in Bedrängnis sind. Der eine Robert hat schwer ver- wundet sich zurückgezogen, den andern hat Adrast gefangen genommen. Gottfried führt nun seine siegreiche Schar gegen den siegreichen rechten Flügel, und neu entbrennt hier der Kampf.

Solyman hat von der Zinne der Burg den Streitenden zugeschaut. Es hält ihn nicht länger. Er bricht aus durch die Pforte, die andern, auch Aladin, ihm nach. Die Syrer fliehen, nur die Gascogner halten stand. Raimund wirft sich ihm entgegen. Wieder fällt er unter des mächtigen Gegners Streichen, wieder tobt der Kampf um den Verwundeten; dem Sultan gelingt es, durch eine Maueröffnung ins Freie zu entkommen, um dort an der Schlacht teilzunehmen, während die von ihm zuerst zum Sieg geführten Krieger ihren Vorteil weiter verfolgen. Zu Tankreds Wohnung dringt das Geschrei der Fliehenden. Er erhebt sich vom Lager, sieht von des Hauses Höhe, was eben geschehen; mit Schild und Schwert allein bewaffnet eilt er zum Kampf. Er schützt Raimund gegen die Feinde. Dieser erhebt sich wieder; von neuem belebt sich der Mut der Franken. Aladin fällt unter Raimunds Schwert, die Feinde fliehen wieder in die Burg, die Christen stürmen ihnen nach. Raimund pflanzt die Kreuzesfahne auf die Zinne.