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Um eine groôssere Klarheit und Einheitlichkeit in das deutsche Realschulwesen zu bringen, regte er am 18. April 1845 in der pädagogischen Zeitung(in Leipzig) eine Zu- sammenkunft der Realschulmänner an, und an dem gleichen Tage erschien zu gleichem Zwecke von Vogel eine gleiche Aufforderung in der allgemeinen Schulzeitung(in Darm- stadt), der die erste derartige Versammlung in Meissen folgte.
Zu der praktischen pädagogischen Wirksamkeit gehôren noch seine zahlreichen Schul- bücher, besonders auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiete, die er in Jena, Cassel und in Bremen abgefasst hat. Wir finden darunter recht tüchtige Werke, die ihrer Anordnung und Stoffwahl auch heute noch beachtenswert sein dürften. Während seines Aufenthalts in der Schweiz hatte er sich mit den neueren Sprachen eingehend beschäftigt, als Frucht der- selben gab er in Bremen Lehrbücher der englischen und der französischen Sprache heraus, in denen er die analytische Methode für den ersten Lehrgang in den fremden Sprachen mit Recht in die deutschen Schulen verpflanzte. Diese Werke sind, wie manche von den früher genannten, in mehreren Auflagen erschienen. Auch ein deutsches Lesebuch und eine Anzahl von Jugendschriften hat Gräfe verfasst. Zahlreiche Aufsätze in seinen pädagogischen Zeit- schriften gehören ebenso zu seiner praktischen Pädagogik, wie die Begründung eines Casselschen Schulblatts und der Mitteilungen»an das Elternhaus« in Bremen, durch die er eine Verbindung zwischen Schule und Haus herstellte. Rechnen wir schliesslich noch die in früheren Jahren gegründete»Kritische Schullehrerbibliothek« hierher, in welcher die neuen Erscheinungen auf dem pädagogischen Gebiete einer eingehenden Besprechung unterzogen wurden, so dürfte diese Art seiner Thätigkeit in den wesentlichsten Punkten erwähnt worden sein.
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Seine pädagogischen Ansichten hat Gräfe besonders in zwei bedeutenden Werken niedergelegt, nämlich in der»Allgemeinen Pädagogik. 2 Bde. und in»der deutschen Volksschule«(3. Auflage von Dr. Schumann. 1878). Erwähnt seien hier jedoch noch die Werke:»Uber das Bedürfnis einer höheren pädagogischen Bildung der Geistlichen und Lehrer oder über die Notwendigkeit der Aufnahme der Pädagogik unter die Universitäts-Wissen- schaften. 1830»,»Schulrecht u, s. W. 18209,»über Schulreform u. s. w. 18344 und»Ignaz Theodor Scherr und die zürcherische Schulreform. 1840.
Die Erziehung definiert Gräfe in seiner allgemeinen Pädagogik als die absichtliche Einwirkung gebildeter Menschen auf noch nicht gebildete, wodurch diese in ihrer Selbstbildung unterstützt werden, wofür, je nachdem man den Begriff und die Bedingungen der Selbst- bildung nach Massgabe früherer Untersuchungen noch näher andeutet, auch in der Ziel- bestimmung andre Worte gewählt werden kônnen. Da nun die wahre Erziehung im Gegen- satze zu Benekes Ansicht nach Gräfe nur im Geiste des Christentums wurzeln kann, so spricht er in seiner Volksschule der Erziehung unmittelbar den Zweck zu, die unmündigen Menschen zu befähigen, selbstthätig im Sinne und Geiste des Erlésers zu leben. Eine allge- meine Menschenbildung weist er als ein Unding ab, indem kein Mensch als Mensch, sondern als Glied einer besonderen Gesellschaft von Menschen geboren werde, und weil der Mensch nicht nur seine Kraft mõöglichst üben und erhöhen, sondern sie auch in der richtigen Weise und zu dem wahren Zwecke anwenden muss, nämlich in allen Beziehungen des Lebens den Willen Gottes nach der Anweisung und dem Vorbilde des Erlôsers zu vollbringen. So tritt er ebenso dem Rationalismus gegenüber wie der abstrakt-formalistischen Geistesbildung, wie


