Aufsatz 
Heinrich Gräfe : der erste Leiter der Oberrealschule zu Cassel / von Karl Knabe
Entstehung
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Unterrichtsgegenstand einführte, hat er dann die Realschule zu Cassel fast ganz in der Weise hergestellt, wie sie heute noch nach den neuesten Lehrplänen besteht.

Zum Vergleiche sei der Lehrplan Gräfes, wie er sich in den Jahren 1843 bis 1851 durchschnittlich gestaltet hat, mit dem heutigen zusammengestellt, indem die erste Ziffer jeder Spalte jenen, die zweite den Plan von 1801 bedeutet.

Klasse: VI 1 V II 1. I Summw.

Religion 4-3 42 V 42 V 32 2,2 22 19 13 Deutsch. 65 64 54 4 3 4z 4z 29 22 Französisch 36 56 56 5-6 56 5 5 3035 Engliseh 0oOo 00o00 V 05 34 V 44 7 13 Geschichte.... 150 2 0 22 2-2 22 22 11 8 Geographie 22 2=2 22 2.2. 2.22 11 1111 Mathematik 45 55 6-6 7-6 65 55 33 32 Naturlehre.. 00 0o o-o 2o 3.2 V 3 4 8 6 Naturgeschichte. 2-2 22 2.2 2.2⸗ 2,2 22 12 12 Schreiben) 2.2 22 2- 2 220 10 0oo 96 Zeichnen.... 20 2 2 2-2 2.2 4 4 4-4* 16 14*

28 25 30 25 30 28 V 31 30 34 32* 32 32* 185 172*

*) darunter 2 Stunden Linearzeichnen als wahlfreies Fach.

Der Unterschied besteht also lediglich in der heute naturgemäss eingehenderen Be- treibung der fremden neueren Sprachen(besonders der englischen) um 11 Stunden und der fast durchgängigen Verringerung der ziemlich hohen Stundenzahlen um 24 Stunden im ganzen.

Die wesentliche UÜbereinstimmung jedoch in der Zahl der Klassenstufen, in dem starken Betonen der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, in dem Betreiben der französischen und englischen und in dem Ausschlusse der lateinischen Sprache, sind in die Augen springend. Auch den gymnastischen Unterricht finden wir schon 1844 eingerichtet, freilich zunächst nur im Sommer, da es an einer geschlossenen Halle fehlte, und zunächst nur wahlfrei, doch so, dass ungefähr 72% der Schüler an demselben teilnahm.

Auch die Herstellung einer Gesamt-Bürgerschule, aus einer Elementarschule in 6 Stufen zu je ½ Jahr, einer 4 stufigen Bürgerschule mit wahlfreiem französischem Unterrichte und der 6stufigen Realschule bestehend, plante er für Cassel, sowie er auch im Jahre 1848 für all- gemeine Bürgerschulen ohne und hôhere Stadtschulen mit Schulgeld eintrat. Den für reif erklärten Realschülern wurde der Eintritt in die höhere Gewerbeschule ohne Aufnahmeprüfung gestattet. Die Stellung der Realschule zum Gymnasium stellte er als die einer gleichstrebenden Genossin inbezug auf die Bildung der Jugend zu wahrer Humanität hin.

Und in ähnlicher Weise hat Gräfe auch in Bremen gewirkt, ohne jedoch die Casseler Einrichtungen sklavisch nachzuahmen, denn er meinte, dass die Realschulen den Ortlichkeiten entsprechend einzurichten seien.