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der Pfarrei eine Münze gefunden sei. Wir fanden beide Gegenstände im Jahre 1881 noch im Besitz der Finder vor und konnten eine vollkommen erhaltene kleine Reibschale, die neuerdings gefunden war, für das Hanauer Vereinsmuseum erwerben. Von sonstigen Funden wussten die Be- wohner damals nichts zu berichten. Dagegen waren unsere eigenen Untersuchungen des in Be- tracht kommenden Terrains resultatreicher, als wir erwartet hatten, und noch mehr versprechend für die Zukunft. Wir erfuhren zunächst, dass das ganze Feld westlich vom Dorfe im Norden bis zum Thal der Krebsbach, im Süden bis zu dem oben erwähnten Wiesenthälchen, zu dem es sich in einer der Strasse parallelen geraden Linie abböscht, den Namen der„grossen“ und„kleinen Burg“ führe, und dass man auf ihm beim Pflügen oft auf Mauerwerk stosse. Eine Untersuchung des genannten Terrains liess uns in zahlreichen Scherben von Terra sigillata die Spuren einstmaligen römischen Anbaus erkennen. Die geradlinige Abböschung der„kleinen Burg“ nach Süden, der eine rechtwinkelig auf sie stossende nach Westen zu entsprechen schien, sowie manche andere An- haltspunkte liessen uns vermuten, dass wir in der„grossen“ und„kleinen Burg“ die zwei Hälften eines von O. nach W. gerichteten 200: 250 m grossen Kastells zu erkennen hätten, dessen Porta praetoria freilich den ungewöhnlich grossen Abstand von 1000 m vom Schneidungspunkt der bei- den Pfahlgrabenlinien gehabt haben müsste. ¹)
Sicherlich waren in den genannten Spuren die ersten wirklich greifbaren Anhaltspunkte für die Bestimmung des Kastells gefunden und zugleich Dunckers auf die Flurbezeichnungen „Lochmannsgraben“„Hunnengarten“ und„Sauberg“ gestützten Annahmen bezüglich des Anschlusses des Pfahlgrabens und der Lage des Kastells²) widerlegt. Die Vermutung, die Herr v. Cohausen in seinem Werke zuerst öffentlich aussprach, und die ihn zur Einzeichnung des Kastells auf der „grossen“ uud„kleinen Burg“ veranlasste,³) teilten damals auch wir vollkommen.
Aber wiederholte Untersuchungen des Terrains im Frühling des Jahres 1884, welche die beabsichtigten Ausgrabungen vorbereiten sollten, erweckten doch Zweifel, wenn auch nicht an der Existenz römischen Mauerwerks, welches im Gegenteil auf der„kleinen Burg“ mit Sicherheit fest- gestellt wurde, so doch an der Richtigkeit der Überzeugung, dass dieses Mauerwerk dem Kastell selbst angehört haben müsste. Umso mehr war die Ausgrabung geboten. Sie konnte wegen Ent- fernung des Ortes nicht wie in Grosskrotzenburg und Rückingen von Hanau aus geleitet werden und wurde daher auf den Oktober verschoben, weil dann die 14tägigen Herbstferien uns gestatteten, einen dauernden Aufenthalt in Marköbel zu nehmen.
Die Arbeiten die wir 2 Wochen lang ohne Unterbrechung vom frühen Morgen bis in die Nacht fortsetzten, wurden uns durch das eintretende Regenwetter ebensosehr erschwert, wie sie anderseits auch hier, wie einst in Grosskrotzenburg, durch das Entgegenkommen der Bewohner und besonders des Bürgermeisters Herrn Stroh gefördert worden sind. Sie wurden auf der „kleinen Burg“ da begonnen, wo unter einer der Landstrasse parallelen Böschung des Feldes man besonders häufig auf Mauerwerk stiess, und wir daher die Südfront des Kastells erkannt zu haben glaubten.
Sogleich die ersten Schürfungen, welche zur Vorbereitung der eigentlichen Ausgrabungen Gymnasiallehrer Dr. Th. Kausel aus Dillenburg und stud. phil. F. Küch vornahmen, führten zur Aufdeckung einer von W. nach Osten genau parallel der Landstrasse streichenden Maner,*) über deren
¹) Vgl. von Cohausen a. a. O. S. 51. ²) Vgl. Beiträge S. 45.
³) A. a. O. Taf. XXXIII, VIII und IX. 4) Vgl. Taf. IV, c.


