Aufsatz 
Der römische Grenzwall bei Hanau mit den Kastellen zu Rückingen und Marköbel / von Georg Wolff und Otto Dahm
Entstehung
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Anhaltspunkte geben. Insbesondere entsprechen die gefundenen Münzen vollkommen den früheren Funden¹) und der aufgestellten Ansicht, dass das Rückinger Kastell nicht über die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Ch. hinaus behauptet worden ist. ²³)

Sie stammen aus der Zeit folgender Kaiser:

1 Vespasian,

1 Trajan,

2 Antoninus Pius,

1 Marc Aurel,

1 Faustina d. J.,

1 Lucilla,

1 Julia Domna,

1 Soaemias,

1 Elagabal,

1 Severus Alexander.

Zu den früher in Rückingen gefundenen Töpferstempeln*) kommen folgende hinzu, die sämt- lich auch an anderen Orten, aber noch nicht in Rückingen gefunden worden sind:(F)ABIVS. MAC0(D?),(CILLVTIVS,(QV)IRINVS,(PLAC)IDVS, MONTANVGS),(A) MABILIS, IANVSF und auf einem Amphorahenkel L. I. T.

Die eingeritzten Inschriften auf Sigillatagefässen sind weder an Zahl noch an Bedeutung mit den früher in den Gräbern und in der Villa gefundenen zu vergleichen. Steht demnach, was die Bereicherung des Vereinsmuseums betrifft dies Ergebnis unserer Ausgrabungen weit zu- rück hinter den Resultaten der Aufdeckung desRömerbads und des Totenfelds, so kehrt sich das Verhältnis vollkommen um, wenn wir auf die Bedeutung der 3 Ausgrabungen für die eigent- lich historischen Fragen blicken. Die Arbeiten der Jahre 18021804 hatten nichts ergeben als die Nachweisung eines grossen römischen Hauses auf der Altenburg und einer Anzahl von Gräbern in seiner Nähe. Die Aufdeckung des Totenfeldes hatte das Vorhandensein eines Kastells mehr als wahrscheinlich gemacht, über die Lage desselben jedoch noch keineswegs sichere Anhaltspunkte gegeben. Durch unsere Ausgrabung ist die Existenz des Kastells bewiesen, seine Grösse und Lage, sowie die Dispositionen der Hauptteile, Strassen und Thore genau bestimmt, es sind durch Auffindung des Prätoriums und des Hypokaustbaus wichtige Beiträge zur Lösung noch dunkler Fragen bezüglich der inneren Ausstattung der Grenzkastelle gegeben worden, und endlich haben die früher aufgedeckten Resten durch ihre Beziehung zum Kastell eine ganze andere und grössere Bedeutung gewonnen.

Denn wenn auch unsere zusammenhängende Ausgrabungsthätigkeit, dem eigentlichen näch- sten Zweck entsprechend, sich auf das Kastell beschränkte, so wurde doch auch an den Stellen, an welchen nach eigenen Beobachtungen und Mitteilungen der Ortsinsassen wir Anhaltspunkte für

¹) Man vgl. die Zusammenstellung bei Suchier Festschrift S. 12.

²) Vgl. Duncker, Römerkastell S. 3. Suchier a. 2. O. S. 32. Die Gründe, welche Suchier für die An- nahme vorbringt, dass das Totenfeld nicht über das Jahr 217 hinaus benutzt worden sei, vermag ich nicht als zwingend anzuerkennen. Die Münzen sprechen überall in unserer Gegend für eine Behauptung der Grenze bis über die Zeit des Severus Alexander hinaus. Vgl. Suchier, Festschrift S. 13. UÜber das Vorkommen zahlreicher Kupfermünzen aus dem 4. Jahrhundert an allen Römerplätzen des ehemaligen Dekumatenlandes habe ich in dem AufsatzRömische Totenfelder in der Umgebung von Hanau, Westdeutsche Zeitschrift II, S. 420 Vermutungen ausg esprochen.

³) Duncker, Das Römerkastell, S. 35 ff. Suchier, Festschrift, S. 32 ff.